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Höfken: Brand in Gebäude von Cattenom zeigt erneut mangelnde Sicherheitskultur und Vorsorge

Höfken: Brand in Gebäude von Cattenom zeigt erneut mangelnde Sicherheitskultur und Vorsorge

Wegen eines Feuers im nichtnuklearen Teil des Kernkraftwerks Cattenom mussten Dienstagnacht 50 Feuerwehrleute ausrücken. Es kann nicht sein, dass auf dem Gelände eines Atomkraftwerkes die Brandvorsorge nicht greift“, erklärte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken heute und forderte erneut die Abschaltung des Pannenmeilers.

"Der Brand in einem Bürocontainerkomplex des französischen Atomkraftwerk Cattenom macht die mangelnde Sicherheitskultur und offensichtlich einen unzureichenden Brandschutz in Cattenom deutlich. Es kann nicht sein, dass auf dem Gelände eines Atomkraftwerkes die Brandvorsorge nicht greift", erklärte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken heute und forderte erneut die Abschaltung des Pannenmeilers.

Wie der Cattenom-Betreiber EDF dem Umweltministerium mitteilte, ist der Brand kurz nach 22 Uhr in einem Bürocontainerkomplex im nichtnuklearen Teil des Atomkraftwerkes aufgetreten. 1000 Quadratmeter des Betriebsgeländes waren betroffen. Dieser Großbrand im Atomkraftwerk zeige, wie berechtigt die Sorge der Menschen und der Nachbarländer sei, so die Ministerin. Seit Inbetriebnahme von Cattenom führen mehr als 800 meldepflichtige Ereignisse zu großer Beunruhigung in der rheinland-pfälzischen und saarländischen Bevölkerung.

Das Land Rheinland-Pfalz hat zusammen mit dem Saarland die rechtliche Prüfung einer Klage gegen den französischen Atommeiler, mit dem Ziel der Betriebsstillegung Cattenoms, auf den Weg gebracht. Cattenom liegt nur 12 Kilometer von der Landesgrenze entfernt. Ein möglicher Reaktorunfall hätte die radioaktive Kontaminierung von Luft, Wasser und Nahrungsmitteln auch in weiten Teilen des Landes Rheinland-Pfalz zur Folge, führte Höfken an.

Im französischen Kernkraftwerk Cattenom nahe der luxemburgischen Grenze ist es in der Nacht auf Mittwoch zu einem spektakulären Brand gekommen. Das meldete am Morgen L'Essentiel . Rauchschwaden seien kilometerweit zu sehen gewesen. Die Direktion des Kernkraftwerks habe jedoch betont, dass Reaktor und Personal nicht in Gefahr gewesen seien.

Hintergrund:
Der Brand trat nach dem Bericht kurz nach 22 Uhr in einem provisorischen Verwaltungsgebäude im nichtnuklearen Teil der Anlage auf. Insgesamt habe das Feuer 1000 Quadratmeter des Betriebsareals zerstört. Das ist ungefähr die Hälfte der Fläche eines Eishockeyfelds.Informations complémentaires sur la maîtrise de l'incendie : https://t.co/oXiDGLypzR

— EDF Cattenom (@EDFCattenom) 1. Februar 2017
Gegen 1 Uhr morgens sei die Gefahr gebannt gewesen. Insgesamt waren 50 Feuerwehrmänner auf dem Gelände des AKW im Einsatz. Die luxemburgischen Behörden wurden von Betreiber EDF über den Vorfall in Kenntnis gesetzt, hieß es.

Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz fordern seit langem ein Aus für das nahe gelegene AKW Cattenom, in dem es schon hunderte Störungen gab.