Hoffnung auf preiswerte Studi-Buden

Hoffnung auf preiswerte Studi-Buden

Es gibt zu wenige Studierendenwohnungen für unter 300 Euro. Darüber sind sich Bund, Land und Studierendenwerk einig. Eine Idee: Alte Kasernen sollen umgebaut werden. In Trier ist ein solches Projekt bereits gescheitert.

Trier/Berlin. Ein Runder Tisch zur studentischen Wohnungsnot soll bis zum Frühjahr prüfen, wie mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Dies vereinbarten Vertreter des Bundes, der Länder, der Wohnungswirtschaft und des Deutschen Studierendenwerks (DSW) am Dienstag.
"Ich hoffe auf ein Pogramm für preiswerten Wohnraum", sagt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studierendenwerks Trier (SWT). Allein hier fehlen nach seiner Schätzung bis zu 300 bezahlbare Studentenwohnungen. Den Bau einer Wohneinheit kalkuliert Wagner mit 60 000 Euro. Ein Großteil des Geldes sollen Bund und Länder beitragen, fordert das DSW, das bundesweit 25 000 neue Wohnungen für 1,5 Milliarden Euro bauen will. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) sieht die Länder in der Pflicht.
Die rot-grüne Landesregierung verweist darauf, dass sich in Rheinland-Pfalz 1160 Wohnheimplätze im Bau befänden. Ein weiterer moderater Ausbau der Plätze in Studierendenwohnanlagen sei notwendig, sagt eine Sprecherin von Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD). Das Land habe allein in Trier von 2005 bis 2011 gut 2,6 Millionen Euro Zuschüsse an das Studierendenwerk zum Wohnheimbau gezahlt. Hier haben im Oktober 4000 Erstsemestler an Uni und Fachhochschule angefangen, es gibt 1500 Apartments des Studierendenwerks. Laut Wagner sind zum Wintersemester 2012/2013 zwar genügend private Zimmer und Wohnungen angeboten worden. "Mancher übernimmt sich jedoch und mietet sich zu teuer ein. Die fragen dann zwei Semester später wieder bei uns." Ein Wohnheimplatz des Studierendenwerks koste bis zu 300 Euro monatlich, es gibt Wartelisten. Die Mieten bei privaten Wohnheimanbietern, die in Trier zunehmend investieren, lägen oft höher. Dabei verfügt jeder zweite Studierende laut DSW über weniger als 640 Euro im Monat.
Kasernen zu Wohnheimen


Der Runde Tisch lässt nun prüfen, ob ehemalige Bundeswehrgebäude zu Studi-Unterkünften werden können. In Trier ist der Plan gescheitert, die Gneisenaukaserne in Trier-West umzubauen. Grund: Eine Sanierung hätte die Mieten über 300 Euro getrieben, sagt Wagner. Er hatte auch Anfragen von Kommunalpolitikern aus dem Umland: "Aber wie soll das gehen, wenn Studierende am Freitag nach 16 Uhr keinen Bus mehr in eine 30 Kilometer entfernte alte Kaserne bekommen?", fragt der SWT-Chef. Dennoch hält er die Kasernenidee für gut. Zunächst baut das SWT auf dem Trierer Uni-Campus 72 Wohneinheiten neu. 2014 sollen die ersten Bewohner einziehen. Das reicht nicht, meint Wagner und sagt: "Immerhin ist das jetzt Konsens in der Politik." oht/fcg