Hygiene-Ampel für Gaststätten vorerst gestoppt

Hygiene-Ampel für Gaststätten vorerst gestoppt

Die von den Verbraucherschutzministern für Anfang des Jahres angekündigte Sauberkeits-Ampel für Gaststätten ist immer noch nicht eingeführt. Inzwischen ist es sogar fraglich, ob sie überhaupt kommt.

Trier. Wer in diesen Tagen in ein Restaurant geht, sollte dank der Hygiene-Ampel eigentlich schon am Eingang sehen, ob der Betrieb beim letzten Besuch der Lebensmittelkontrolle negativ aufgefallen ist. Dann stünde die Ampel auf Rot, und der Gast würde sich wohl zwei Mal überlegen, ob er nicht besser das Lokal wechseln sollte.
Zu solchen Kehrt-schwenk-marsch-Szenen wird es in der Gastronomie allerdings vorerst nicht kommen. Denn die von den Länder-Verbraucherministern vor knapp einem Jahr abgesegnete Hygiene-Ampel liegt vorerst auf Eis. Das bestätigten der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser (CDU), und Landesverbraucherminister Jochen Hartloff (SPD) unserer Zeitung.
Der Grund: Die Wirtschaftsminister der Länder hatten sich mehrheitlich gegen die Hygiene-Ampel ausgesprochen. Ihre Befürchtung: zu viel bürokratischer Aufwand, zudem würden einzelne Betriebe an den Pranger gestellt. Allerdings nur die fünf Prozent der Betriebe, "die uns Sorgen machen", sagt der Vorsitzende des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Er ist für die Hygiene-Ampel, "denn nur wenn die Kunden wissen, wie sauber es in einem Betrieb zugeht, können sie Hygiene nachfragen und auch mangelnde Hygiene abstrafen", sagt Müller.
Noch ist in diesem Punkt nicht aller Tage Abend. Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe mit Vertretern von Verbraucherschutz- und Wirtschaftsministerien soll laut Staatssekretär Peter Bleser jetzt bis zum Herbst die noch strittigen Fragen klären. Wie zu hören ist, könnte der Kompromiss ein ebenfalls dreifarbiges Kontrollbarometer sein, das die Ergebnisse mehrerer Überprüfungen anzeigt statt nur die letzte Kontrolle. "Ich bin verhalten optimistisch, dass wir uns zusammenraufen", sagt der Mainzer Verbraucherminister Jochen Hartloff. Das klingt nicht gerade so, als stünde die Einführung des Hygiene-Barometers unmittelbar bevor.

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