IM BLICKPUNKT

Morbach Von akuten Problemen mit Aussiedlerkindern weiß eine junge Mutter, die im Morbacher Neubaugebiet "Auf der Huhf" lebt, nicht zu berichten. Die Mehrheit der Aussiedler-Eltern sei um Eingliederung bemüht.

"Die Jüngeren versuchen, Kontakt aufzunehmen und sich auszutauschen." Ähnlich die Sichtweise eines Vaters von Jugendlichen. Abgesehen von ein paar Chaoten, die es ja überall gäbe, habe er in letzter Zeit nichts mehr gehört. Ein Eindruck, den die Rektoren der Morbacher Schulen bestätigen. Für Karl Mutsch, Rektor der Hauptschule Kurfürst Balduin, ist die "Ghettoisierung" der Aussiedlerfamilien das Hauptproblem. Dennoch fügten sich die Schüler in die Gemeinschaft ein, wie Kollege Wolfgang Fink, Sophie-Scholl-Realschule, betont. Vor anderthalb Jahren geriet Morbach in ungewohnte Schlagzeilen. Bei einem Großeinsatz im Hunsrück hatte die Kripo acht Angehörige eines Rings deutsch-russischer Heroinhändler festgenommen. Ein erschreckendes Szenario für alle, die sich in einer drogenfreien Zone wähnten. Dabei ist Drogenkriminalität ein akutes Problem. Gerd Rausch vom Rauschgiftkommissariat der Kripo Idar-Oberstein: "Überall da, wo Russland-Deutsche sind, ist auch ein hohes Maß an Drogenkriminalität." Vor allem das Heroin sei mit den Russland-Deutschen in den Hunsrück gekommen, erklärt ein Kollege von ihm. Das ist in Sohren, Büchenbeuren und Kirchberg ähnlich, weiß die Simmerner Polizei. Russland-Deutsche fallen dort vor allem mit Eigentumsdelikten, also Beschaffungskriminalität, Körperverletzung und Raubdelikten auf. "Jetzt wird endlich gesagt, was die Bevölkerung lange weiß", sagt Carsten Koppke, Bürgermeister der VG Kirchberg zur Sonderauswertung der Statistik. Von 21 000 Einwohnern der Verbandsgemeinde sind etwa 5000 Russland-Deutsche, schätzt Koppke. (urs/iro)

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