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Immer mehr Missstände und Widersprüche

Immer mehr Missstände und Widersprüche

Die TV-Berichterstattung über teils skandalöse Zustände bei der Schülerbeförderung hatte Folgen: Auf allen Ebenen wird das Thema zurzeit heftig diskutiert. An der Situation hat sich noch wenig geändert. Heute findet in Schweich-Issel ein TV-Forum mit Verantwortlichen und Experten statt.

Trier. Freitagmittag, Trierer Hauptbahnhof: Es herrscht emsiges Treiben. Die Schüler strömen auf die Bussteige. Auch Ingmarie und ihre Freundinnen. Heute müssen sie extrem lange warten. "Der Bus sollte schon vor 20 Minuten kommen", meckert die 13-Jährige. Ständig gebe es Verspätungen. Auch morgens. Mehrmals sei sie schon zu spät zur Schule gekommen, erzählt das Mädchen aus Trittenheim. Dies sei seit der Änderung der Fahrtroute vor einigen Wochen so. Auch sei den Schülern noch kein neuer Fahrplan mitgeteilt worden. Ingmaries Schultag beginnt um 5.20 Uhr. "Ich bin total müde, wenn ich in der Schule ankomme", sagt sie, und das "Gequetsche" nerve. Auch Saskia (13) schimpft über volle Busse und darüber, dass sie nur einen Sitzplatz bekommt, wenn sie die Ellbogen einsetzt. Ranzen an Ranzen stehen die Schüler dicht am Bordstein auf dem "Bussteig 2". Die "Überraschung": Der Bus fährt in "Bussteig 3" ein. Flugs drehen die Kinder sich um und stürzen zur Tür. Eine ältere Frau hat nur noch Kopfschütteln und ein "unglaublich" für die Szenen übrig. Kampflos lässt sie den jungen Leuten den Vortritt. Neue Widersprüche und Mängel

Dazu hat sich auch eine Mutter mit Kindern entschlossen, die verloren auf einem anderem Bussteig steht und dem Treiben an den Türen zusieht. Aber nicht nur vor und in den Bussen herrschen skandalöse Zustände. Das "System Schülerbeförderung" scheint an vielen Stellen zu kranken (der TV berichtete). Täglich entpuppen sich neue Widersprüche und Mängel: So etwa verlautet es aus einem Unternehmen, dass eine Beteiligung der Schulen an der Fahrplangestaltung (Paragraf 69 des Schulgesetzes) nur für den frei gestellten Schülerverkehr gelte. Helmut Eberhard vom Landesbetrieb Mobilität hingegen sieht das anders: "Das gilt auch für den in den ÖPNV integrierten Schülerverkehr". Einig sind sich alle Verantwortlichen, die sich bisher zu dem Thema geäußert haben, dass etwas bewegt werden muss - damit die Kinder in der Region endlich bessere Bedingungen haben, um morgens sicher, fit und ohne blaue Flecken in die Schule zu kommen. Während des heutigen TV-Forums werden auch VRT-Chefin Veronika Zänglein und Günther Schartz, Landrat und Verbandsvorsteher des Zweckverbands VRT, eine Stellungnahme abgeben. Auf die Frage, was sich an der Schülerbeförderung ändern müsse, antwortet eine zehnjährige Schülerin aus tiefstem Herzen: "Das Gedränge muss endlich weg, und die Busse sollen nicht mehr so früh fahren." Heute TV-Forum Der Trierische Volksfreund bringt das Thema weiter voran: Heute, 20. November, 19.30 Uhr, findet in der ICV-Halle in Schweich-Issel das TV-Forum zum Thema "Missstände in Schulbussen" statt. Podiums-Teilnehmer sind: Franz-Josef Schmidt, Leiter Verkehr vom Landesbetrieb Mobilität, Veronika Zänglein, Geschäftsführerin des VRT, Günther Schartz, Landrat und Verbandsvorsteher des Zweckverbands VRT, Herbert Fuss, Leiter der Abteilung Verkehr und Technik vom ADAC-Mittelrhein, Alexander Marcus, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Mutterhauses der Borromäerinnen in Trier sowie Miriam Lörz, Vorsitzende des Regionalelternbeirats. Vor allem sind aber Eltern und Schüler gefragt, mit den Experten zu diskutieren.