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Immobilien: Niederländer und Luxemburger kaufen Häuser an Mosel und Eifel

Gesellschaft : Immer mehr Ausländer kaufen Immobilien in der Region

Luxemburger flüchten vor den hohen Immobilienpreisen über die Grenze, während Niederländer in der Eifel Ruhe suchen. Was die Ausländerstatistik sonst noch so widerspiegelt.

Die Immobilienpreise in Luxemburg explodieren. Nach Angaben der staatlichen Beobachtungsstelle, die den Immobilienmarkt analysiert, sind die Verkaufspreise von Wohnungen und Häusern 2017 erneut um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. So lag der mittlere Preis, der für ein Vier-Zimmer-Haus verlangt wurde, bei 835 000 Euro. Wer mehr als fünf Zimmer will, muss schon eine Million hinlegen. Selbst ein Ein-Zimmer-Appartement kostete zuletzt mit durchschnittlich (!) 399 000 Euro mehr als manches schicke Einfamilienhaus in der Region. Kaum zu bezahlen sind Wohnungen in Luxemburg-Stadt. Für neue Appartements werden dort durchschnittlich 7740 Euro pro Quadratmeter verlangt.

All das schlägt sich auch in der Ausländerstatistik der Region Trier nieder. Immer mehr Luxemburger zieht es ins nahe Deutschland. An Obermosel, Saar oder Sauer stellen sie zwar schon lange die größte Ausländergruppe. Doch ist ihre Zahl deutlich gestiegen. Vor immer mehr Häusern stehen nun Autos mit gelben Kennzeichen. 2012 lebten im Eifelkreis Bitburg-Prüm 2043 Luxemburger, 2014 waren es 2485 und 2016 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor)  3030 – eine Zunahme um fast 50 Prozent. Ganz ähnlich ist das Bild im Kreis Trier-Saarburg, wo 3230 Luxemburger leben. Nach Trier hingegen hat es nur 775 Leute aus dem Ländchen verschlagen. Vielleicht weil die Preise dort in den vergangenen Jahren auch ordentlich angezogen haben.

Nicht nur Luxemburger, auch immer mehr Niederländer werden von den vergleichsweise günstigen Immobilienpreisen in die Region gelockt. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren laut Statistischem Landesamt fast verdoppelt. Nach Auskunft eines auf niederländische Kunden spezialisierten Maklerbüros aus Hillesheim zieht es  inzwischen nicht nur Rentner, sondern auch junge Auswanderer in die Eifel. Denn dort finden sie neben erschwinglichen Häusern auch reichlich Platz, Natur und Ruhe, die ihnen in der dicht besiedelten Heimat fehlen. Viele der Wahl-Eifeler führen Pensionen oder Campingplätze.

Auch an der Mosel und im Hunsrück beobachten Banken, dass immer mehr Ausländer sich in der Region Eigentum kaufen. Mal als Ferienhaus, mal als festes Domizil. Ursachen nennen die Immobilienberater verschiedene: Zum einen sei die Region touristisch attraktiv. Viele derer, die später fest hier leben, lernen Eifel, Mosel und Hunsrück im Urlaub kennen. Zum anderen sind Preise, Grundsteuer und Lebenshaltungskosten in vielen Ländern teurer.

Andere Ausländergruppen werden wahrscheinlich nicht von günstigen Wohnungen in die Region gelockt, sondern von der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt. Facharbeiter oder Pflegekräfte sind heiß begehrt. Vielleicht erklärt dies, warum die Zahl der Polen, die hier leben, stark gestiegen ist. Ende 2016 waren es genau 6290 – 1000 mehr als im Vorjahr. Auch immer mehr Rumänen (4159) leben hier.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Gesamtzahl der Ausländer in der Region verdoppelt. Besonders auffällig ist natürlich der Anstieg mit dem Beginn der Flüchtlingskrise, die auch erklärt, warum 2016 in Trier Syrer die stärkste Gruppe sind.