Immobilienpreise in der Region steigen. Ältere kaufen teure Wohnungen

Kostenpflichtiger Inhalt: Preise in der Region steigen : Wer eine Immobilie kaufen will, braucht dafür immer mehr Geld

In Trier schießen die Preise für Häuser und Wohnungen durch die Decke. Bis zu 5000 Euro pro Quadratmeter sind mittlerweile normal. Auch in Bitburg, Schweich oder Wittlich wird es teurer.

Eine halbe Million Euro. Eine ganze. Oder auch zwei Millionen. Nach oben gibt es keine Grenzen. Überall in der Region sind nicht nur Mieten und Baulandpreise, sondern auch die Immobilienpreise gestiegen. In Trier so stark, dass es für junge Familien schwierig wird, etwas Bezahlbares zu finden. Besonders gefragt sind dort Eigentumswohnungen. Dem Trierer Gutachterausschuss zufolge haben sich gebrauchte Wohnungen seit 2011 um 65 Prozent verteuert, neue um 56 Prozent.

Und das, obwohl in den vergangenen Jahren jährlich rund 20 000 Quadratmeter neuer Wohnraum hinzugebaut wurden. „Wir tippen bei Neubauten in der Innenstadt an die 5000 Euro pro Quadratmeter“, heißt es von dem Ausschuss. Eine halbe Million Euro sind für neue 100-Quadratmeter-Appartements inzwischen normal. „Ich weiß nicht, wer das noch bezahlen soll“, sagt ein Sprecher des Ausschusses.

Immobilienmakler Stephan Franzen weiß, wer so viel Geld fürs Wohnen hinlegt – und demnächst wohl noch viel mehr. Hält er es doch für möglich, mit schicken neuen Penthäusern, die am Moselufer entstehen, schon bald die 6000er Marke zu knacken. Es seien ältere Leute aus der Region, die ihre viel zu großen Häuser auf dem Land verkaufen, um barrierefrei in der Stadt leben zu können. „In der Tiefgarage nimmt man den Rollator aus dem Kofferraum und steigt in den Aufzug“, sagt er. Oben gebe es neben einem schönen Blick über die Stadt ein barrierefreies Duschbad. Wirklich? Die heimischen Senioren kaufen diese Luxuswohnungen? „Ja“, sagt Franzen. Ältere Menschen aus Gemeinden wie Kell, Zerf, Aach, Kyllburg oder Irrel. Natürlich müssen sie nicht nach Trier ziehen. Auch in Wittlich, Bitburg oder im Kreis Trier-Saarburg werden aus den gleichen Gründen immer mehr Eigentumswohnungen gebaut.

Billig sind die dort allerdings auch nicht. Denn die Preisentwicklung in Trier zieht das ganze Umland mit. In Trier-Saarburg und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm kosten Eigentumswohnungen im Schnitt rund 2500 Euro/Quadratmeter, im Kreis Bernkastel-Wittlich 2900, in Trier waren es 2018 laut Wohnungsmarktbeobachtung der Investitions- und Strukturbank rund 3300 Euro. Weil es angesichts solcher Preise für junge Familien schwierig wird, sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, ziehen viele in die zum Verkauf stehenden Immobilien der älteren Menschen aufs Land. „Und so schließt sich der Kreis“, sagt der Makler.

Entscheidend für den Preis sind drei Faktoren: Lage, Lage, Lage. Das zeigt auch der Landesgrundstücksmarktbericht. Wer bereit ist, ab vom Schuss zu leben, kann in der Region auch sehr günstig ein Häuschen erwerben. So kostete das exakt gleiche Modellhaus (145 Quadratmeter Wohnfläche, 500 Quadratmeter Grundstück, 15 Jahre alt) in Großlittgen 230 000 Euro, in Bleialf 250 000 Euro, in Bitburg 340 000 Euro, in Wittlich 385 000 Euro, in Schweich 460 000 und in Trier 530 000 Euro.

Neben dem demografischen Wandel gibt es noch weitere Gründe dafür, dass die Preise in der Region Trier so stark anziehen.

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