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Impfen, Schulen, Unis: Das sind die nächsten Corona-Pläne in Rheinland-Pfalz

Pandemie : Impfen, Schulen, Unis: Das sind die nächsten Pläne in Rheinland-Pfalz

Ab dem 1. August sollen sich alle Menschen ohne Termin in Impfzentren gegen das Coronavirus schützen können. Die meisten Einrichtungen in der Region machen in einigen Wochen aber zu. Für Luftfilter in Schulen stellt das Land zusätzliche Millionen bereit. Ein Überblick.

Das Land will beim Impfen deutlich zulegen, Schulen besser vor Corona-Infektionen schützen und wieder etwas mehr Normalität an den Unis erlauben. Ein erster Überblick dazu, was die Ampelkoalition am Dienstag vorgestellt hat.

Impfen: Mehr als 1,7 Millionen Rheinland-Pfälzer haben bislang vollständigen Impfschutz - 42,3 Prozent der Bevölkerung. Mit einer neuen Impfkampagne will das Land noch stärker dafür werben, sich gegen das Coronavirus schützen zu lassen. Ab dem 1. August soll sich jeder Rheinland-Pfälzer in Impfzentren schützen lassen können, ohne vorher einen Termin absprechen zu müssen. Bis dahin soll schon ab dem 14. Juli ein Ampel-System geschaffen sein, das anzeigt, in welchem Impfzentrum in Rheinland-Pfalz es schon bis zum 1. August freie Plätze gibt. 8000 Menschen, die derzeit noch auf einen Termin warten, sollen bis Ende Juli einen Termin erhalten, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). Ab dem Herbst sollen aber vor allem die niedergelassenen Ärzte impfen. Zum 30. September schließen laut Hoch 23 von 32 Impfzentren in Rheinland-Pfalz. Neun Einrichtungen fahren einen Bereitschaftsbetrieb, in der Region zählt dazu nur Trier. In Regionen und Stadtvierteln, in denen die Impfquote niedrig ist, wolle das Land gezielter für die Corona-Impfung werben. Eine Radiokampagne soll in dieser Woche auch auf Türkisch starten, auch Impfbusse sind geplant. Eltern soll es auch leichter gemacht werden, einen Impftermin für Kinder von 12 bis 17 Jahren zu bekommen, wenn sie diesen wünschen. Wer keinen Termin finde, könne ab dem 19. Juli die Nummer 116 117 anrufen und bekomme dort Praxen in der Nähe benannt, die Kinder impfen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach davon, dass es ab August im Land „Impfen to go“ geben werde.

Schulen: „Wir kämpfen mit den Kommunen dafür, dass es nicht wieder zu einem Lockdown und erneuten Schulschließungen kommt“, betonte die Triererin mit Blick auf den Herbst und die Delta-Variante. Konsequenz: Zwölf Millionen Euro stellt das Land zusätzlich bereit, um die Luft in Klassenräumen zu verbessern. Beispielhaft nannte das Land den Umbau von Fenstern, die Anschaffung von CO2-Messgeräten, den Einbau ventilatorgestützter Luftsysteme und mobile Anlagen da, wo nicht ausreichend gelüftet werden können. Bereits im vergangenen Jahr hatte Rheinland-Pfalz ein 6-Millionen-Euro-Programm gestartet, das aber erst rund zur Hälfte abgerufen ist. Der rheinland-pfälzische CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf (CDU) hatte von der Landesregierung auf ein 20-Millionen-Euro-Programm gepocht. Baden-Württemberg hatte für Luftfilter ein 60-Millionen-Euro-Paket geschnürt.

Testen: Zweimal pro Woche müssen sich Schüler im Land bislang testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. In den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien will die Landesregierung dabei bleiben, wenn die Menschen erst kurz aus dem Urlaub zurückgekehrt sind. Danach stelle das Land auf ein „anlassbezogenes Testkonzept“ um, sagte Bildungsministerin Hubig. Heißt: Getestet wird dann beispielsweise nur, wenn die regionale Inzidenz besonders hoch ist. Auch bei Impfungen soll es in Schulen schneller vorangehen: Wer sich registriert habe, werde zum Start des neuen Schuljahres vollständig geimpft sein. Die Quote an geimpften Lehrern schätzt Hubig auf 75 Prozent. Genaue Angaben habe das Land aber nicht, da es keinen Zugriff auf Impfungen beim Hausarzt habe.

Hochschulen: Zum Wintersemester soll es an den Unis und Hochschulen wieder mehr Vorlesungen und Seminare in Präsenz geben. Das soll für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten, sagte Clemens Hoch.