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Impfen von Kindern und Jugendlichen: Was Eltern wissen müssen

Pandemie : Corona-Impfen von Kindern und Jugendlichen in der Region: Was Eltern wissen müssen

Alle 12- bis 17-Jährige müssen sich vom Arzt beraten lassen, ehe sie den Pieks gegen Corona bekommen. Wann die Impfzentren im Raum Trier loslegen, warum die Impfungen umstritten sind.

Das Impfzentrum in Trier startet in der kommenden Woche mit Impfungen von Kindern und Jugendlichen, die unter 18 Jahre alt sind. Wie Michael Schmitz, Sprecher der Stadt Trier, auf Volksfreund-Anfrage mitteilte, gehen die ersten Impfungen dort ab Mittwoch, 11. August, los. 200 Anfragen liegen dem gemeinsamen Impfzentrum der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg danach bereits vor.

Vorgespräch mit Arzt und Einverständniserklärung

Ärzte sollen die Kinder und Eltern zuvor in einem Gespräch über die Risiken der Impfung mit Biontech. Diese müssen eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben. Sorgeberechtigte müssen daher mit vor Ort sein. Kinder und Jugendliche brauchen in den Impfzentren ein Dokument, in dem sie ihr Alter nachweisen – wie die Geburtsurkunde, den Schülerausweis oder die Gesundheitskarte. Das gilt für alle Impfzentren.

Im Trierer Impfzentrum brauche es auch einen festen Termin, falls 12- bis 17- Jährige sich impfen lassen wollen. Diesen können Eltern telefonisch unter 0800 / 575 8100 oder im Internet unter www.impftermin.rlp.de vereinbaren.

Das ist nicht überall so. Auch das Impfzentrum in Hillesheim plant, mit Impfungen von 12- bis 17- Jährigen in der kommenden Woche zu starten. „Wir peilen an, dass ab dann Mittwoch, Freitag und Samstag ohne Termin geimpft wird“, sagte Meike Welling, Sprecherin des Vulkaneifelkreises.

Terminabsprache nicht immer nötig

Die anderen Impfzentren in der Region starten früher und stellen es den Eltern frei, ob sie vorher einen Termin abschließen oder nicht. In Bitburg starten Impfungen von 12- bis 17-Jährigen bereits am Mittwoch (4. August) zwischen 8 und 15 Uhr. Am gleichen Tag legt auch Wittlich los.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag beschlossen, bundesweite Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, um sich nach ärztlicher Beratung impfen zu lassen. Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sieht dafür die Möglichkeiten in den Impfzentren, wo der Zulauf geringer geworden sei. Seien dort in der Spitze rund 22 000 Menschen pro Tag geimpft worden, seien es nun rund 12 000 täglich. Impfen lassen können sich Kinder und Jugendliche nach Beratung auch in den Impfbussen des Landes oder in Arztpraxen.

Impfung Erwachsener wichtiger

Viele Mediziner fürchten nun aber einen Ansturm auf Impfungen von Minderjährigen, obwohl es noch an Daten fehle, welche Nebenwirkungen zu befürchten seien. Darauf verweist auch die Ständige Impfkommission (Stiko). Die empfiehlt Impfungen von 12- bis 17-Jährigen ohnehin nur nach ärztlicher Beratung. Heidi Weber vom rheinland-pfälzischen Hausärzteverband sagt, Mediziner müssten immer Nutzen und Risiken der Impfung abwägen. „Kinder haben ein extrem geringes Risiko, an einem schweren Corona-Verlauf zu erkranken“, sagt Weber, die eine Praxis in Bitburg leitet. Wichtiger sei, dass sich Erwachsene impfen lassen, betont sie.

Landespolitisch stößt die Entscheidung der Minister auf Kritik bei der AfD. „Die Gesundheit unserer Kinder wird jetzt auf dem Altar der Impfquote geopfert“, twitterte der Trierer und rheinland-pfälzische AfD-Fraktionschef Michael Frisch.

In Rheinland-Pfalz bewegt sich die Quote nur langsam voran. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben im Land 63,1 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten.