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In der Region Trier bewegt sich was in Sachen Müll. Bis 2020 sollen die bislang noch unterschiedlichen Entsorgungsmodalitäten vereinheitlicht werden.

Umwelt : Hightech für die Tonne

Alle Mülltonnen in der Region bekommen demnächst einen Mikrochip. Darüber wird nicht jeder sein.

In der Region Trier bewegt sich was in Sachen Müll. Bis 2020 sollen die bislang noch unterschiedlichen Entsorgungsmodalitäten vereinheitlicht werden. Das haben die im regionalen Zweckverband Abfallwirtschaft (ART) zusammengeschlossenen Kommunen vereinbart. Dabei geht es nach Angaben von ART-Geschäftsführer Max Monzel vor allem darum, die Kosten im Rahmen zu halten. Der TV beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Thema Entsorgung:

Warum dauert es so lange, bis die Entsorgung vereinheitlicht ist?

Unter anderem an den unterschiedlichen Vertragslaufzeiten, die mit den Entsorgern vereinbart wurden. Bis 2020 sind die Verträge alle abgelaufen. Über die Neuausschreibung für das gesamte ART-Gebiet soll in der ersten Jahreshälfte 2018 entschieden werden.

Für die Bürger welcher Kommune in der Region Trier wird sich durch die Neuregelungen am meisten ändern?

Überall im ART-Gebiet wird sich an der gewohnten Abfallentsorgung etwas ändern. Große Veränderungen wird es aber vor allem in Trier und dem Kreis Trier-Saarburg geben. Dort wird die Einsammlung von allem, was einen Stecker hat, zum 1. Januar 2019 eingestellt. Anderswo gibt es diesen Service schon jetzt nicht mehr. Zudem wird der Abfuhrrhythmus bei Gartenabfällen und Sperrmüll reduziert.

Was ist mit dem sogenannten Hol- und Bringdienst, den die Trierer derzeit noch genießen?

In Trier werden die Restmülltonnen von den Müllmännern aus den Häusern geholt, an den Straßenrand geschoben und nach der Leerung wieder zurückgestellt. Das kostet ab einer bestimmten Strecke 13 Euro jährlich pro Behälter. An dem Prozedere soll sich auch in Zukunft  nichts ändern.

Warum haben die Tonnen in Zukunft einen Computerchip?

Damit jede Tonne einem Haushalt klar zugeordnete werden kann. Um Gebühren zu sparen, kommen nämlich immer wieder Bürger auf die schlaue Idee, sich eine Abfalltonne im Internet zu bestellen. Gibt es dort in jeder gängigen Größe für zwischen 50 und 100 Euro. Künftig würden diese Fehlläufer erkannt, weil die Tonnen keinen Chip haben.

Haben die Müllmänner auch noch mit anderen Entsorgungstricks zu kämpfen?

Ja. Gibt es in einer Kommune mehrere Abfuhrtermine beispielsweise für die Restmülltonne, können findige Zeitgenossen ihre Tonne zum Entleeren einfach in die Nachbarstraße schieben. So können theoretisch die eigenen Abfuhrtermine verdoppelt werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die Gebührenhöhe hätte. Sind die Tonnen mit Computerchips ausgestattet werden, würde auch das entdeckt.

Warum stellt der Vulkaneifelkreis nicht von Biotonnen auf -Keine Tonne tüten um?

Weil die Verantwortlichen dort dem Braten des Trier plus genannten Modells vermutlich nicht so richtig trauen. Geht der auf drei Jahre angelegte Biotüten-Versuch in die Hose, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass  auch im Rest der Region doch noch  Biotonnen eingeführt werden müssen. „Haben wir schon“, könnten die Dauner in dem Fall sagen.

Welche Auswirkungen hat die Müllreform auf die Gebühren?

Noch steht die Region bei den Abfallgebühren im Landesvergleich gut da. Doch die Gebühren werden steigen, schon allein weil die Entsorgung auch teurer wird. Nur ein Beispiel: Der Preis für die Verbrennung einer Tonne vorbehandelten Restmülls ist innerhalb kurzer Zeit von 78  auf 179 Euro gestiegen.