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In Fesseln über die Grenze

In Fesseln über die Grenze

Saarbrücken/Perl. Der Sexualverbrecher Nicolas H. (37) sitzt in Saarbrücken hinter Schloss und Riegel. Die französische Polizei hat ihn ausgeliefert. Er hat gestanden, in Perl eine Frau umgebracht zu haben.

Der mutmaßliche Mörder von Perl ist seit Donnerstagvormittag in der Obhut der saarländischen Justiz. Nicolas H. (37) wurde am Saarbrücker Autobahn-Grenzübergang "Goldene Bremm" von der französischen Polizei in einem Gefangenentransporter vorgefahren. Beamte aus Metz führten den Mann mit dem weißen Pulli - an Händen und Füßen - gefesselt in die Baracken der Bundespolizei. Kurze Zeit später transportierten ihn Beamte der Mordkommission "Schilf" in einem zivilen Peugeot ab. Nach einer kurzen Zwischenstation im Saarlouiser Kriminalkommissariat wartete ein entscheidender Termin auf den französischen Staatsbürger. Am Nachmittag verkündete ihm ein Richter in Merzig den Haftbefehl und schickte den wegen Sexdelikten mehrfach vorbestraften Franzosen in Haft. H. war nach grenzüberschreitenden Ermittlungen der von Hauptkommissar Rainer Gitzinger geführten Mordkommission am 28. September im lothringischen Thionville festgenommen worden. In ersten Verhören hat er gestanden, am 2. September in Perl am Leinpfad entlang der Mosel die 48 Jahre alte Geschäftsfrau Ingeborg G. umgebracht zu haben. Die fast nackte Leiche der Frau, die im luxemburgischen Schengen eine Parfümerie betrieb, war gegen 20.30 Uhr von Spaziergängern entdeckt worden. Die aus Perl stammende Frau war an diesem Abend mit ihrem Hütehund der Rasse Beauceron auf einem Spaziergang gewesen. Ein Test der Polizei ergab später, dass das Tier nicht das Verhalten eines Schutzhundes zeigte. Ein Kondom, das die Spurensicherung in Tatortnähe gefunden hatte, führte die Polizei auf die Spur des 37-Jährigen, der aus der Gegend des südfranzösischen Orange stammt. Gerichtsmediziner hatten zwar kein Sperma entdeckt, sicherten aber Erbgutmaterial sowohl vom Opfer, als auch vom Täter. Ein Abgleich mit der DNA-Datei der französischen Polizei brachte den entscheidenden Treffer. H. wurde in Thionville, wo er sich nach seiner Haftentlassung Anfang Mai zum Fernfahrer ausbilden ließ, festgenommen.