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In letzter Minute gerettet

In letzter Minute gerettet

Wegen eines Mordversuchs an seiner Ehefrau muss sich demnächst ein 45-jähriger Trierer vor dem Landgericht verantworten. Das Leben des durch mehrere Messerstiche schwer verletzten Opfers konnte nur durch eine Not-Operation gerettet werden.

Trier. Es ist wohl nur dem beherzten Eingreifen einer Nachbarin und zweier Polizeibeamter zu verdanken, dass eine 34-jährige Frau aus Trier-Süd noch am Leben ist. Wäre das Trio an jenem Juni-Mittag der Mutter einer sechsjährigen Tochter nicht zur Hilfe geeilt, wäre die von drei Messerstichen schwer verletzte Frau wohl in der Wohnung verblutet. Die Tat begangen haben soll der elf Jahre ältere Ehemann - wie seine Frau ein gebürtiger Viet namese. Das mutmaßliche Motiv: Die 34-Jährige wollte sich von ihrem Mann trennen. Das jedenfalls haben die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben.Laut der Anklageschrift der Trierer Staatsanwaltschaft hat der 45-Jährige drei Mal auf seine Frau eingestochen, als diese gerade der Tochter im Schlafzimmer beim Umziehen half. Anschließend soll der Autoschlosser das auf dem Boden liegende schwer verletzte Opfer gewürgt haben. Als es einer durch die Schreie aufmerksam gewordenen Nachbarin offenbar gelungen war, die Wohnungstür zu öffnen, wäre der stark blutenden Frau und dem Mädchen beinahe die Flucht gelungen. Der mutmaßliche Täter soll dies aber verhindert haben. Erst die kurze Zeit später eintreffenden zwei Polizisten konnten den Mann überwältigen, Ehefrau und Tochter flüchteten auf die Straße. Dort brach die schwer verletzte 34-Jährige bewusstlos zusammen. Dank einer sofortigen Not-Operation wurde das Leben der Frau gerettet."Er kann sich an nichts mehr erinnern"

Ihr inzwischen wegen versuchten Mordes angeklagter Ehemann sitzt seit der Festnahme in Trier in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen den 45-Jährigen beginnt in zwei Wochen und wird sich wohl bis ins nächste Jahr hinziehen.Nach Angaben seines Verteidigers Otmar Schaffarczyk (Trier) kann sich der Angeklagte "an nichts mehr erinnern". Laut Staatsanwaltschaft hatte er nach seiner Festnahme eine Blut-Alkoholkonzentration von maximal zwei Promille. Ein Gutachter halte es daher für denkbar, dass die Steuerungsfähigkeit des Mannes zur Tatzeit vermindert gewesen sei, heißt es. Die Ehefrau lebt inzwischen nicht mehr in Trier. Das Scheidungsverfahren läuft angeblich.