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Interview: Drei Fragen an einen Fachanwalt für Insolvenzrecht

Interview: Drei Fragen an einen Fachanwalt für Insolvenzrecht

Drei Fragen an …Hans-Albrecht Brauer, in Daun Fachanwalt für Insolvenzrecht.

Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Insolvenzverfahren und einer Planinsolvenz?

Bei einem normalen Verfahren wird ein Insolvenzantrag gestellt, woraufhin das Gericht einen vorläufigen Verwalter einsetzt, der ein Gutachten erstellt. Dieses klärt, ob ein Insolvenzgrund vorliegt, ob die Kosten des Verfahrens gedeckt sind und ob Aussichten bestehen, dass der Betrieb fortgeführt wird. Je nachdem kann der Insolvenzverwalter den Betrieb mithilfe eines Plans sanieren, ihn verkaufen oder auch zerschlagen. Bei einem Planverfahren hingegen kann das Unternehmen selbst einen Sanierungsplan entwerfen und dem Gericht vorlegen. In Eigenverwaltung. Es wird in diesem Fall ein Sachverwalter bestellt, der jedoch nur beratende Funktion hat.

Wann macht man so etwas und wie läuft das ab?

Dieses Verfahren macht nur Sinn, wenn man den Betrieb erhalten will und der Sanierungsexperte in die Geschäftsführung berufen wird. Das Unternehmen legt dem Gericht einen Sanierungsplan vor, das prüft, ob es diesen zulässt. Anschließend müssen auch die Gläubiger dem Plan noch mehrheitlich zustimmen.

Warum, kommen solche Planverfahren nur selten zum Einsatz?

Das Verfahren ist langwierig und kompliziert, und es lohnt sich nur, wenn man frühzeitig damit anfängt. Zudem wird man die Eigner mit diesem Verfahren nicht los. Die Gesellschafter bleiben erhalten. Zum anderen muss ja auch irgendwo so viel Geld herkommen, damit der Plan erfüllt und die Gläubiger zufriedengestellt werden können. Das ist im Normalfall schwierig.

Die Fragen stellte unsere Redakteurin Katharina Hammermann.