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Interview: SPD-Politikerin Katarina Barley hat keine Angst vor dem neuen Job

Interview: SPD-Politikerin Katarina Barley hat keine Angst vor dem neuen Job

Wie hat Katarina Barley von ihrer Nominierung als zukünftige Parteimanagerin erfahren? Und was will sie besser machen als ihre Vorgängerin? Darüber sprach Volksfreund-Redakteur Rolf Seydewitz am Dienstag mit der Trierer SPD-Politikerin.

Wann und wie haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?
Katarina Barley: Ich war ja bis Samstag mit dem Rechtsausschuss des Bundestags in den USA. Kurz vor dem Rückflug aus Kalifornien habe ich eine SMS vom Parteivorsitzenden erhalten. Dann haben wir hin und her gesimst und schließlich telefoniert. Am Sonntag haben wir uns dann in Berlin getroffen.

Ihr erster Gedanke?
Barley: War ähnlich der Reaktion Barack Obamas nach der Bekanntgabe, dass er den Friedensnobelpreis erhält: Wow! Das ist wirklich eine Ehre. Ich weiß nicht, ob Menschen das nachvollziehen können, die nicht in einer Partei sind. Man kämpft ja für seine Überzeugungen. Und wenn man das in der ersten Reihe machen kann, ist das schon eine tolle Sache.

Angeblich haben Sie die Bedenkzeit gar nicht ausgeschöpft und direkt zugesagt ...
Barley: Es gab keine Frist. Ich habe mich mit meiner Familie beraten, ein bisschen nachgedacht und dann zugesagt.

Wie groß war Frau Dreyers Anteil an der Angelegenheit?
Barley: Das müssen Sie sie schon selbst fragen. Ich weiß es wirklich nicht. Es ging alles so schnell.

Was qualifiziert Sie als Generalsekretärin?
Barley: Warum der Parteivorsitzende mich ausgesucht hat, müssen Sie ihn fragen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Art zu kommunizieren habe, die nicht jeder Politiker hat. Ich spreche auf Augenhöhe mit den Menschen und versuche so zu reden, dass sie dies auch verstehen.

Sie gelten als "tough", aber geben Sie uns bitte mal eine Kostprobe, dass Sie auch polemisieren und zubeißen können ...
Barley: Im Wahlkampf konnte man das schon ab und zu erleben. Ich kann attackieren, aber nicht als Grundprinzip.

Was wollen Sie besser machen als die amtierende SPD-Generalsekretärin?
Barley: Ich möchte gerne meine Arbeit machen und nicht mit meiner Vorgängerin verglichen werden. Wir sind unterschiedliche Typen und werden unterschiedliche Akzente setzen. Aber wo ich die Akzente setze, wird sich erst noch herauskristallisieren.

Wie wollen Sie verhindern, dass Sie ebenfalls nach zwei Jahren frustriert den Bettel hinwerfen?
Barley: Ich habe einen sehr robusten Charakter ...

… der auch gegen Herrn Gabriels Art gefeit ist?
Barley: Ja.

Wie wollen Sie verhindern, dass Ihr Wahlkreis unter der Beanspruchung durch den neuen Job leidet?
Barley: Wenn man bundespolitisch in der ersten Reihe steht, kann man nicht mehr so viel zu Hause auftreten wie vorher. Auf der anderen Seite hat man natürlich auch Möglichkeiten, die man vorher nicht hatte. Es dürfte sich also die Waage halten: weniger Präsenz, dafür höhere Durchschlagskraft. seyExtra

Roger Lewentz (SPD-Landesvorsitzender): Katarina Barley ist eine erfahrene, kluge Politikerin, die genau weiß, was die Menschen in unserem Land bewegt und wo wir gefragt sind, unsere Gesellschaft gerechter zu machen.
Bernhard Kaster (CDU-Bundestagsabgeordneter): Ich gratuliere Katarina Barley herzlich, auch wenn ich selbst das Amt als SPD-Generalsekretär nie angestrebt hätte. Ich kenne meine Kollegin aus der angenehmen sachlichen Zusammenarbeit und bin überzeugt, dass sich Sigmar Gabriel mit ihr nicht erneut für einen Fehlgriff im Amt der Generalsekretärin entschieden hat.
Patrick Schnieder (CDU-Landesgeneralsekretär): Herzlichen Glückwunsch, liebe Katarina Barley! Ich wünsche alles Gute für die besonderen Herausforderungen, die dieses Amt mit sich bringt.
Peter Bleser (CDU-Bundestagsabgeordneter): Ich wünsche Katarina Barley viel Erfolg. Vielleicht schafft sie es, in ihrer neuen Aufgabe das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Das wäre gut und wichtig für die Regierungskoalition und unser Land. sey