Iran-Abkommen: Was kommt auf regionale Wirtschaft zu?

Handelsbeziehungen : Atomabkommen mit dem Iran: Drohen regionaler Wirtschaft Einbußen nach dem Austritt der USA?

Der Iran spielt in den Handelsbeziehungen von Rheinland-Pfalz nur eine überschaubare Rolle. Und doch treibt Wirtschaftsminister und Unternehmer eine Sorge.

Drohen regionalen Unternehmen Einbußen, nachdem die USA das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt haben? Albrecht Ehses von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier sagt auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds: „Da der Iran aufgrund der politischen Unsicherheiten bei einem Großteil der Unternehmen keinen allzu hohen Stellenwert hatte, werden die Auswirkungen für die Region überschaubar bleiben.“ Dennoch gibt es nach IHK-Schätzung im Raum Trier eine Handvoll Betriebe, die vereinzelt in den Iran exportieren. Ehses geht davon aus, dass die neuen Entwicklung die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran „erheblich gefährden“.

Die weitaus größte Sorge der Wirtschaft, so schildert Ehses: „Die Unternehmen treibt die Sorge um, durch Handel mit dem Iran gleichzeitig ihr US-Geschäft zu verlieren. Gerade international tätige Banken mit US-Geschäft sind durch wieder aktivierte US-Sanktionen mit neuen Risiken konfrontiert." Auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) sagt, es stelle sich die Frage, inwieweit Sekundärsanktionen der USA auch Unternehmen im Land in ihren Handelsbeziehungen einschränken könnten. Wissing sagt: „Wir unterstützen die Bundesregierung und die Europäische Union bei der Suche nach einer friedlichen Lösung des Atomkonflikts.“

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rheinland-Pfalz und dem Iran sind überschaubar. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft fuhr im vergangenen Jahr Waren von rund 166 Millionen Euro in den Iran aus, ein Anteil von 0,3 Prozent des Gesamtexportes. Besonders gefragt waren Tabakprodukte und chemische Enderzeugnisse. Der Import aus dem Iran erhöhte sich mit der Lockerung von Wirtschaftssanktionen aus dem Jahr 2015 von 3,9 auf 8,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Nahrungsmittel tierischen Ursprungs.

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