1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Irre Müllposse: Rundschreiben des Landes verordnet Biotonne für alle - außer für sozial Schwache

Irre Müllposse: Rundschreiben des Landes verordnet Biotonne für alle - außer für sozial Schwache

In der Region Trier muss spätestens am 1. Januar 2017 die Biotonne eingeführt werden. Auch für Selbstkompostierer soll es nach Informationen unserer Zeitung keine Befreiung von der Tonne geben. Auf die können nur Mieter in sozialen Brennpunkten hoffen.

Zwei Jahre haben die Verbraucher in der Region noch Zeit, bis in allen vier Kreisen und der Stadt Trier die Biotonne eingeführt werden muss. Das jedenfalls möchte die für Abfallwirtschaft zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Der Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft (RegAb) will genau dies verhindern und dafür notfalls sogar vors Verwaltungsgericht ziehen. Das dürfte auf der Sitzung am Mittwochnoch einmal festgeklopft werden, wenn der RegAb in Trier über das Abfallwirtschaftskonzept 2014 berät.

Mit ihrer ablehnenden Haltung nimmt die Region zumindest in Rheinland-Pfalz eine Sonderstellung ein. Alle anderen Kommunen werden die Biotonne einführen, ergab eine Umfrage unserer Zeitung. Was dies für die Verbraucher bedeutet, hat jetzt das Mainzer Wirtschaftsministerium in einem Rundschreiben an die Verwaltungen präzisiert. In dem unserer Zeitung vorliegenden Brief heißt es, dass "auch im Fall der Eigenkompostierung grundsätzlich eine Biotonne" aufgestellt werden müsse. Der Grund: Es fielen immer Bioabfälle ab, "deren Eigenkompostierung aus sachlichen Gründen ausscheidet". Welche Abfälle das sind, erläutert das Referat Kreislaufwirtschaft nicht.

Allen Unkenrufen zum Trotz soll es aber dennoch Ausnahmen von der Biotonnenpflicht geben. Nach dem Rundschreiben aus dem Ministerium können "bestimmte Wohnobjekte in sozialen Brennpunkten" von der Pflicht befreit werden, wenn dort das Ziel der Getrenntsammlung nicht erreichbar erscheine und alle Maßnahmen einer gezielten Abfallberatung ausgeschöpft seien. "Jetzt sind sie in Mainz völlig durchgedreht", meint der Eifeler CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen, schon in der Vergangenheit einer der schärfsten Kritiker der von ihm so genannten Madentonne.