Ja zum freiwilligen Jahr

TRIER. Beifall im Trierer Dom: Als Georg Hennes die Schulabgänger in ein "neues unbekanntes Land" entlässt, klatschen alle Anwesenden. Solidarität scheint bereits jetzt unter den 250 Jugendlichen zu herrschen, die in Kooperation mit Bistum Trier und Marienhaus GmbH ihr freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolvieren.

"Das ist 'ne korrekte Sache", stellt der junge Mann mit dem trendigen Backenbart und dem blitzend weißen Jackett unter legeren Jeans fest. Diese korrekte Sache wird nun ein ganzes Jahr lang sein Leben bestimmen. In einem Altenheim in Mendig wird er soziale Dienste leisten und erhofft sich, "neue Erfahrungen zu sammeln" und vor allem "Orientierung zu finden". Michael Thömmes ist einer von 250 Schulabgängern, die zum 1. August ihr freiwilliges soziales Jahr - teilweise sogar als Zivildienst-Ersatz - im Bistum begonnen haben. Mit seinen 18 Jahren gehört er schon zu den Älteren, die sich für diesen Weg entscheiden. Besondern beliebt ist das FSJ bei den Jüngeren, denn gerade ihnen fehlt häufig eine konkrete Vorstellung ihrer beruflichen Zukunft. Hier bietet sich eine gute Überbrückungsmöglichkeit. Doch auch, wer bereits weiß, wie es danach weiter geht, entscheidet sich für ein FSJ. Verena Krah (16) nutzt die Zeit ganz pragmatisch, um eine Leerlaufphase bis zu ihrer Krankenschwesterausbildung zu füllen. 300 Euro erhalten die Jugendlichen pro Monat, die Sozialabgaben werden von den jeweiligen Einrichtungen übernommen. Seit diesem Jahr sind die 250 FSJ-Verträge hinsichtlich der Qualitätskriterien der Seminare und der Entlohnung erstmals einheitlich. Grund ist die neu geschlossene Kooperation zwischen dem Bistum und der Marienhaus GmbH, dem größten freien Träger im Gesundheitswesen. Eine Liaison, die 25 Stellen zusätzlich gebracht hat. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter. "Wir stehen im ständigen Dialog mit Pflegeeinrichtungen, die dem FSJ sehr positiv gegenüberstehen", erzählt Karin Michels, Vertreterin der GmbH. "Wer ein FSJ gemacht hat, geht ganz anders ins Berufsleben" hat sie beobachtet. Georg Hennes von den sozialen Lerndiensten des Bistums Trier bezeichnet das FSJ als "maßgeschneidertes Angebot, um sich beruflich und persönlich zu entwickeln".