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Jäger streiken jetzt unbefristet für Abschaffung der Jagdsteuer

Jäger streiken jetzt unbefristet für Abschaffung der Jagdsteuer

Aus Protest gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Jagdsteuer entsorgen viele rheinland-pfälzische Jäger seit anderthalb Jahren kein totes Unfallwild mehr. Der ursprünglich befristete Jägerstreik zeigt Wirkung, allerdings nicht in der Region Trier.

Jedes Mal, wenn eine rheinland-pfälzische Kommune auf die Erhebung der Jagdsteuer verzichtet, gibt es Jubel beim Landesjagdverband und eine Pressemeldung. "Wir freuen uns", heißt es darin, dass eine weitere Kommune auf die "anachronistische Steuer" verzichtet. Die letzte kreisfreie Stadt, die derart von den Jägern gebauchpinselt wurde, war vor wenigen Monaten Speyer. Allerdings dürfte der in diesem Haushaltsjahr erstmals greifende Verzicht der pfälzischen Stadt nicht allzu schwerfallen: Gerade einmal 2780 Euro Jagdsteuern jährlich nahm Speyer zuletzt ein. Das ist ein Kleckerbetrag, gemessen an den insgesamt über 1,5 Millionen Euro, die die vier regionalen Kreise und die Stadt Trier an Jagdsteuern pro Jahr auf der Einnahmeseite verbuchen. Geld, auf das die Kämmerer nicht verzichten wollen, bedauert Jagdverbandspräsident Kurt Alexander Michael. "Bei uns in der Region gibt es bei der Jagdsteuer keinerlei Bewegung", sagt der in Ließem nahe Bitburg lebende Jäger-Funktionär. Die Konsequenz: In der wald- und damit wildreichen Region Trier werden von den örtlichen Jägern seit mittlerweile anderthalb Jahren keine toten Unfalltiere mehr entsorgt. "Der überwiegende Teil unserer Mitglieder hält sich an den Streik", sagt der rheinland-pfälzische Oberjäger Michael. Heißt: Um die Entsorgung der toten Tiere kümmern sich vielerorts jetzt die Straßenmeistereien. Deren Mitarbeiter hätten im vergangenen Jahr 5600 Tiere beseitigt, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landesbetriebs Mobilität (LBM) dem Volksfreund. Vergleichszahlen gibt es keine. Denn erst seit Beginn des Jägerstreiks zählt der LBM die gemeinsam mit dem Zweckverband Tierkörperbeseitigung entsorgten toten Wildtiere. An dieser wenig appetitlichen Arbeit dürfte sich so rasch nichts ändern: Denn ein Großteil der rund 3500 Jagdpächter im Land will weiterstreiken. "Und zwar unbefristet", sagt Verbandspräsident Michael. Im Gespräch mit unserer Zeitung kritisierte Michael auch den Wirbel um den am Wochenende von einem Jäger getöteten Westerwald-Wolf. Weil der Jägerpräsident nach eigenen Angaben deswegen Morddrohungen bekommen hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie Michael sagt.