| 18:49 Uhr

Jazz-Musiker wollen wegen ausstehender Gagen klagen

Berlin/Saarbrücken. Gut zwei Monate nach dem Saarbrücker Jazz-Festival warten etliche Künstler und Agenturen noch auf ihr Geld. Deswegen wollen rund 30 von ihnen jetzt gegen den Veranstalter und gegen die Stadt Saarbrücken klagen, teilte der Chef der Berliner ProTon Musikagentur, Horst Papeler-Dütsch, am Mittwoch mit. Insgesamt gehe es um mehrere Zehntausend Euro. Ein Rechtsanwalt sei beauftragt, eine Klage vorzubereiten. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung“ darüber berichtet. dpa

Die Stadt habe eine „Mitverantwortung“, sagte Papeler-Dütsch. Denn der Trägerverein „Jazz-Syndikat“ habe die Stadt während des Festivals über finanzielle Schwierigkeiten informiert. „Die Stadt hat es dann aber unterlassen, Maßnahmen zu ergreifen, dass noch mehr Musiker betroffen sein würden“, sagte der Agenturchef, der auch noch auf die Gage für ein finnisches Trio wartet. Die Stadt hätte dafür sorgen müssen, dass die folgenden zehn Konzerte absagt werden, meinte er.

Stadtpressesprecher Thomas Blug betonte, Saarbrücken habe das Festival nicht veranstaltet. Da die Stadt das Festival mit einem Zuschuss unterstützt habe, sei sie „selbst geschädigt“. Da die Stadt sich aber der Bedeutung des Festivals bewusst sei, suche der Kulturdezernent das Gespräch mit dem Veranstalter und den Künstlern.

Beim Trägerverein ist laut Papeler-Dütsch vermutlich nichts zu holen: Der Vorsitzende sei abgetaucht, viele Mitglieder seien ausgetreten. Es sei völlig ungewiss, wie das Festival weitergehe. „Das Jazz-Festival Saarbrücken war bekannt für hervorragende Auftritte. Die Voraussetzung dafür, dass noch mal ein Festival stattfindet, ist, dass die Künstler ihre Gagen bekommen“, sagte Papeler-Dütsch.

Jazz-Festival Saarbrücken