Jeder Arbeitslose einer zuviel

LUXEMBURG. (wie) Die Luxemburger Beamtengewerkschaft CGFP beschwichtigt: Man wolle keineswegs Luxemburger gegen Grenzgänger aufbringen. Mit der jüngst geäußerten Kritik (der TV berichtete) wollte man nur auf die Probleme des nationalen Arbeitsmarktes aufmerksam machen.

"Für die Sanierung des Luxemburger Arbeitsmarktes einzutreten, darf auf keinen Fall gleichgesetzt werden mit Widerstand gegen die Grenzgänger", sagt CGFP-Gewerkschafts-Generalsekretär Romain Wolff und reagiert damit auf die Berichterstattung im Volksfreund. Wolff hatte kürzlich gesagt, dass der Luxemburger Arbeitsmarkt nicht dafür da sein, den Arbeitsmarkt der Großregion zu sanieren, und verwies darauf, dass nur ein Teil der jährlich neu geschaffenen Stellen im Land von Luxemburgern besetzt würden. Außerdem wandte er sich gegen eine weitere Öffnung des öffentlichen Dienstes des Großherzogtums für Nicht-Luxemburger. Diese vom TV öffentlich gemachten Äußerungen erzürnten nicht nur Grenzgänger, sondern sorgten auch in der Region für Wallung. "Wenn im Großherzogtum jedes Jahr 10 000 Arbeitsplätze entstehen, so ist dies auch und besonders den rund 120 000 Grenzgängern zu verdanken", sagte Karl-Heinz Päulgen, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes in Trier und des Interregionalen Gewerkschaftsrates. CGFP-Chef Wolff wehrt sich. Er mache keine Front gegen Pendler, sondern er fordere lediglich eine effizientere Luxemburger Arbeitsmarktpolitik. Luxemburg sei das einzige Land in der EU, in dem trotz des Aufschwungs ständig die Arbeitslosigkeit steige. Und angesichts von rund 670 000 Arbeitslosen in der Großregion bleibe der nationale Arbeitsmarkt unter Druck. "Für die CGFP ist jeder Arbeitslose, ob Luxemburger, Nicht-Luxemburger, ob Frau oder Mann, ob jung oder alt, einer zu viel", stellt Wolff klar. Er betont aber auch, bei seinen im Volksfreund wiedergegebenen Zitaten zu bleiben. Aber: "Grenzgänger sind uns willkommen."

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