Joachim Paul verzichtet auf Kandidatur als AfD-Chef in Rheinland-Pfalz

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Vorwürfen : Joachim Paul zieht Kandidatur als AfD-Landeschef zurück - Trierer Michael Frisch tritt an

Spektakuläre Wende bei der Landes-AfD: Joachim Paul verzichtet darauf, die Partei in Rheinland-Pfalz künftig anzuführen. Nachfolger von Uwe Junge soll nun Michael Frisch werden.

Joachim Paul verzichtet beim Parteitag am Samstag in Bingen auf eine Kandidatur als rheinland-pfälzischer AfD-Chef. Das teilte der 49-Jährige dem „Trierischen Volksfreund“ am Freitag auf Anfrage mit. Stattdessen kandidiert der Trierer Michael Frisch, der die Partei künftig anführen will. „Ich habe mich nach dem Austausch mit Michael Frisch dafür entschieden, auf eine Kandidatur zu seinen Gunsten zu verzichten. Die Partei steht für mich an erster Stelle“, sagte Paul.

Der Fraktionsvize im Mainzer Landtag steht unter Verdacht, vor Jahren einen Beitrag für eine NPD-nahe Zeitschrift geschrieben zu haben. Parteiintern wuchs der Druck auf Paul, der die Vorwürfe dementiert. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Wildberg hatte Paul am Donnerstag aufgefordert, auf eine Kandidatur zu verzichten.

Neuer AfD-Landeschef könnte nun der Trierer Michael Frisch werden. „Ich stelle mich auf Wunsch vieler Parteifreunde in dieser schwierigen Situation zur Verfügung“, sagte der 62-Jährige unserer Zeitung. Ob es Gegenkandidaten für Frisch gibt, ist offen. Eine erneute Kandidatur des bisherigen AfD-Landeschefs Uwe Junge, der in den Bundesvorstand einziehen will, wird es nicht geben. Junge schrieb auf Twitter: „Einfache Formel: Tritt Paul an, tritt Junge auch an und Frisch nicht! Tritt Paul nicht an, tritt Frisch an und Junge nicht!“

Frisch, der die AfD als „bürgerlich-konservativ“ bezeichnet, sagt, er wolle weg vom Image der „Protest- und Dagegenpartei“. Die AfD müsse mehr verdeutlichen, wofür sie stehe. Frisch hat als Lehrer gearbeitet, ehe er 2016 in die AfD-Fraktion des Mainzer Landtags eingezogen ist, wo er familienpolitischer Sprecher ist.

Der Druck auf Paul war nach den Vorwürfen nicht nur in den eigenen Reihen groß geworden. Der Medienausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags hatte ihn in dieser Woche mehrheitlich als Vorsitzenden abgewählt.