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Junger Terrorverdächtiger: Jugendamt bewertet Aussage

Passanten gehen in das Rathaus-Center. Foto: Uwe Anspach/Archiv
Passanten gehen in das Rathaus-Center. Foto: Uwe Anspach/Archiv FOTO: Uwe Anspach
Ludwigshafen. Die vor Gericht geäußerten Terrorfantasien des 14-Jährigen, der 2016 einen Anschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt geplant haben soll, beschäftigen das Jugendamt der Stadt. Die Behörde habe die vor dem Landesgericht Wien gefallenen Äußerungen des Jugendlichen zur Kenntnis genommen, teilte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage mit. „Die Aussage wird nun ausgewertet und gemeinsam mit den weiteren Beteiligten im Kontext der bisherigen intensivpädagogischen Maßnahmen bewertet.“ dpa

Der aus Ludwigshafen stammende Deutsch-Iraker hatte am Donnerstag per Videoschaltung als Zeuge im Wiener Prozess gegen einen 19-jährigen IS-Sympathisanten ausgesagt. Dabei hatte der 14-Jährige umfassend von Anschlagsplänen berichtet, die er Ende 2016 gehabt habe. Er war im Dezember 2016 gefasst worden, nachdem er ein mit Sprengpulver gefülltes Konservenglas nahe dem Rathaus deponieren wollte. Nach eigenen Angaben hatte er zuvor vergeblich versucht, die Nagelbombe auf dem Weihnachtsmarkt zu zünden. Der Junge wird seit Dezember 2016 im Auftrag des Stadtjugendamtes Ludwigshafen von Experten betreut und ist in einer Einrichtung außerhalb der Stadt untergebracht.

In dem Prozess hatte er gesagt, eigentlich sei das Ziel im November 2016 zunächst ein Bus gewesen. Er hatte nach eigenen Worten bereits einen Sprengkörper dabei, aber das Zünden habe nicht geklappt. Später habe er eine Kirche als Anschlagsort ausgewählt, an dem Tag aber verschlafen. Nach dem Vorbild des IS habe er daran gedacht, dem Pfarrer die Kehle durchzuschneiden. Der Weihnachtsmarkt sei nicht erste Wahl gewesen. Später habe er mit einem Kanister Benzin und einem Beil ein Krankenhaus angreifen und Menschen töten wollen.