Kampf dem Hohlkreuz

TRIER/DAUN. Das richtige Gewicht und der korrekte Sitz des Schulranzens sind gerade bei Schulanfängern immens wichtig: Sie vermeiden Rückenprobleme. Der TV führt in der kommenden Woche zusammen mit zwei Expertinnen der AOK in den Pressecentern Trier, Wittlich und Bitburg einen Schulranzen-Tüv durch. Dazu gibt es Tipps für das Schulfrühstück.

Eltern kennen die Situation. Bei einem gelegentlichen Blick in den Schulranzen ihres Kindes kommen wundersame "Schulutensilien" wie Gameboy, Fundstücke vom Schulweg oder die lange vermissten Tischtennisschläger zum Vorschein. Viele Kinder rackern sich mit viel zu schweren Ranzen ab. Haltungsschäden, Schäden der Wirbelsäule und ungleichmäßige Beanspruchung der Muskulatur sind die Folge. 20 Prozent der Schulanfänger haben nach Angaben der AOK bereits vor Schuleintritt Haltungsschäden. Grund: mangelnde Bewegung. Durch zu schwere oder falsch sitzende Schulranzen werden diese Probleme noch verschlimmert. Oft wissen Eltern und Kinder nicht, wie viel der Ranzen wiegen darf und wie das Gewicht mit Tricks reduziert werden kann. "Der Ranzen sollte täglich neu gepackt werden"

Eine Faustregel besagt, dass der normal bestückte Schulranzen zwölf Prozent des Körpergewichts des Kindes nicht überschreiten darf, wie Diplom-Sportlehrerin Nicole Koster-Rietz erklärt. Das kann insbesondere bei leichten Schülern schnell zu einem Problem werden, wenn nicht Kinder, Schule und Elternhaus gemeinsam an einer "Verschlankung" des Ranzens arbeiten. Koster-Rietz gibt folgende Ratschläge: "Der Schulranzen sollte täglich neu gepackt werden. Alle überflüssigen Materialien müssen zu Hause oder in der Schule bleiben", empfiehlt sie. Auch Lehrer sollten darauf achten, dass Materialien nicht unnötig transportiert werden. Wichtig ist auch der Sitz des Schulranzens: Seine Oberkante sollte mit den Schultern abschließen, die Gurte sollten fest gezurrt werden. Beim Kauf müssen Kinder den Ranzen anprobieren. Außerdem sind leichte Materialien zu bevorzugen. "Nicht empfehlenswert sind Ranzen mit Seitentaschen. Das verleitet dazu, noch mehr hineinzupacken", weiß Koster-Rietz. Gar nichts zu suchen im Ranzen haben Spielsachen. Außerdem sollten Getränkeflaschen nicht aus Glas, sondern aus Plastik sein. Mindestens 0,3 Liter Flüssigkeit brauchen Schulanfänger am Vormittag, sofern sie morgens bereits etwas getrunken haben, wie Karin Pinn, Diplom-Ingenieurin für Ernährungstechnik, sagt. Dabei seien Apfelsaftschorle und Wasser kalorienreichen Getränken vorzuziehen. "Ungeeignet sind Kakao oder molkehaltige Getränke. Bei einem halben Liter kommen da schon 600 Kalorien zusammen, das ist die Hälfte des kindlichen Tagesbedarfs." Vorsicht gelte auch bei Kinderriegeln wegen des versteckten Fett- und Zuckergehalts. Pinn empfiehlt Obst- und Gemüsestücke für das Schulfrühstück und - wenn das Kind morgens wenig gegessen hat - "kohlenhydrathaltiges Futter für das Gehirn", beispielsweise das klassische Schulbrot. Die Brotsorten sollten variieren, und der Snack sollte mit Obst und Gemüse aufgepeppt werden. Haben Sie Tipps, wie der Ranzen ihres Kindes leicht bleibt? Wie achten Sie darauf, dass er auf dem Rücken Ihres Kindes richtig sitzt? Was empfehlen Sie für ein ausgewogenes Pausenbrot? Rufen Sie uns morgen, Donnerstag, unter Telefon 0651/7199-420 an. Oder mailen Sie uns Ihre Ideen unter schulstart@volksfreund.de.