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Kein Bombendonner in Baumholder

Kein Bombendonner in Baumholder

MAINZ. Der Truppenübungsplatz Baumholder kommt als Trainingsgelände für die US-Kampfjets der Airbase Spangdahlem nicht in Frage. Damit dürften sich Mainzer Gedankenspiele erübrigen, mit einem neuen Übungsplatz die Flieger in der Eifel zu halten.

Den US-Militärs die Stationierung in Rheinland-Pfalz so angenehm wie möglich machen, heißt die Mainzer Devise, um beim absehbaren Truppenabbau so wenig wie möglich zu verlieren. Teil dieser Strategie ist das angedachte Wohnbauprogramm für US-Militärangehörige. Überlegungen, US-Kampfjets auf dem Truppenübungsplatz Baumholder (Kreis Birkenfeld) trainieren zu lassen, dürfen jedoch schon zu den Akten gelegt werden."Missverständliche Äußerungen"

Eine parallele Nutzung des Geländes von deutschen und amerikanischen Heereseinheiten und als Luft-/Bodenschießplatz sei nicht möglich, teilte Verteidigungs-Staatssekretär Walter Kolbow (SPD) auf Anfrage aus dem Bundestag mit. Rund zwölf Tage im Jahr muss der Übungsplatz gleichwohl bisher für Schießübungen mit Bordwaffen, Raketen und Abwurfmunition auch von der US-Luftwaffe herhalten, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf Grünen-Anfrage hervorgeht.Überlegungen, dass die US-Luftwaffe in Baumholder üben könnte, bezögen sich nur auf die langsam fliegenden und geräuscharmen Jets des Typs A 10 ("Panzerknacker"), ließ Innenminister Walter Zuber (SPD) jetzt die Abgeordnete Friedel Grützmacher wissen. Frühere Berichte, die auch die beiden in Spangdahlem stationierten F 16-Staffeln mit einschlössen, beruhten auf missverständlichen Äußerungen von Innen-Staatssekretär Karl Peter Bruch (SPD), räumte Ministeriumssprecher Eric Schaefer auf TV -Nachfrage ein.Aktuelle Meldungen der "New York Times" über Pläne des Washingtoner Verteidigungsministeriums, die F-16-Kampfjets von der Eifel auf den US-Stützpunkt Incirlik in der Türkei und damit näher an mögliche Einsatzorte zu verlegen, geben nach Einschätzung der Militärexperten in der Landesregierung nur die Vorstellungen der Streitkräfte-Planer wieder. Mit einer politischen Entscheidung wird indes kaum vor den Präsidentschaftswahlen im November gerechnet, zumal es auch in den USA Vorbehalte gegen eine Stationierung in der Türkei gibt. Als weitgehend sicher gilt jedoch, dass die US-Panzerbrigade (5000 Soldaten) aus Baumholder abziehen wird. Unklar ist bisher allerdings, ob sie durch leichte schnell verfügbaren Einheiten, die auch für den Anti-Terrorkampf bestimmt sind, ersetzt werden.Während Friedel Grützmacher mahnt, sich nicht um jeden Preis an die US-Truppen zu klammern und zivile Perspektiven aufzubauen, sind für die Landesregierung leere Kasernen in der strukturschwachen Region ein wahrer Alptraum.