Kein Brummi-Fahrverbot auf rheinland-pfälzischen Autobahnen

Kein Brummi-Fahrverbot auf rheinland-pfälzischen Autobahnen

Brummis können in Rheinland-Pfalz auch bei Eis und Schnee weiter auf den Autobahnen fahren. Ein LKW-Fahrverbot wie in Nordrhein-Westfalen wird es nicht geben, sagt Verkehrsminister Hendrik Hering.

Nordrhein-Westfalen hat in der Nacht zum Sonntag kurzerhand alle LKW über 7,5 Tonnen von den Autobahnen verbannt. Auch Luxemburg machte bis Montagmittag seine Grenzen für Brummis dicht. Sie wären ohnehin nicht weit gekommen, weil wegen des Wetters auch in Frankreich und Belgien die Autobahnen für LKW gesperrt waren. Weil in Belgien das Fahrverbot auch Montagmittag weiter galt, gab es auf der luxemburgisch-belgischen Autobahn einen Rückstau von LKW.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert nach dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen auch LKW-Fahrverbote bei Schnee und Eis in anderen Bundesländern – etwa in Niedersachsen.

In Rheinland-Pfalz wird es solche Einschränkungen für Brummis vorerst nicht geben. Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) hält die bestehenden Vorschriften wie etwa die Winterreifenpflicht für die Antriebsachsen für LKW und Busse für ausreichend. „Die Winterreifenpflicht und das strikte Überholverbot für LKW bei Schnee, Glätte und schlechter Sicht müssen konsequent umgesetzt werden“, sagte Hering dem Trierischen Volksfreund. Es sei „nicht akzeptabel, dass es wegen Fehlverhaltens einiger Verkehrsteilnehmer zu stundenlangen Sperrungen von Autobahnabschnitten“ komme. Hering verweist auf das seit September 2009 bestehende Linksfahrverbot für LKW bei entsprechenden Wetterverhältnissen, wie etwa Schneefall. Damit sei auch gewährleistet, dass die Überholspur in solchen Fällen nicht mehr von LKW befahren werden darf und die Winterdienstfahrzeuge ihrem Räum- und Streudienst nachkommen können.

„Brummi-Fahrer sollten das Linksfahrverbot ernst nehmen und bei extremen Wetterlagen besonders rücksichtsvoll unterwegs sein“, appellierte Verkehrsminister Hendrik Hering an die LKW-Fahrer.

Auch in der Region stellten sich in den vergangenen Tagen LKW auf schneebedeckten Autobahnen quer. Am schlimmsten ist die Lage in Rheinland-Pfalz auf der A3 durch den Westerwald. Immer wieder kommt es dort bei Eis und Schnee durch liegengebliebene LKW zu kilometerlangen Staus.

Das LKW-Fahrverbot in Belgien, Frankreich und auch in Nordrhein-Westfalen führt dazu, dass an einigen Tankstellen der Sprit knapp werden könnte. Außerdem verschärft sich aufgrund der Verbote die Streusalzknappheit. An den Nordseehäfen wartet Salznachschub auf seine Abholung. Weil die LKW jedoch nicht durchkommen, fehlt den Kommunen und den Straßenmeistereien das Salz.

Die Spediteure befürchten durch die wegen der Fahrverbote ausgefallenen Transporte einen Millionen-Schaden. Die Unternehmen müssen den Ausfall selbst tragen.