Keine Viren

KOBLENZ. (dpa) Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz hat im Neuwieder Vogelgrippe-Verdachtsfall endgültig Entwarnung gegeben. "Die 22 tot aufgefundenen Graugänse waren nicht mit dem Influenza-A-Virus infiziert", sagte eine Behördensprecherin gestern.

Der am Dienstag in zwei Fällen festgestellte Hinweis auf Vogelgrippeviren habe sich bei einer weitergehenden Untersuchung nicht bestätigt. Die am Montag in einem Baggersee bei Neuwied entdeckten Gänse seien "definitiv" an einer Vergiftung mit Rattengift gestorben. Die Vergiftung mit dem Nagergift Phosphid war schon bei den Untersuchungen am Dienstag als Todesursache ermittelt worden, jedoch bei mindestens zwei Tieren auch Grippeviren. Es sei durchaus üblich, dass ein solcher Virenbefund in einem weiteren Testverfahren nicht bestätigt werde, sagte die Sprecherin. Wildvögel sind häufig mit gering krankmachenden Vogelgrippe-Viren infiziert. Der Neuwieder Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil schon in mehreren Ländern der gefährliche Virensubtyp H5N1 nachgewiesen wurde, der von Tieren auf den Menschen übertragbar ist. Es sei "nur mäßig wahrscheinlich", dass H5N1 von Zugvögeln eingeschleppt werde, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD). Dennoch gelte weiterhin hohe Aufmerksamkeit: "Zur Stallpflicht für Hausgeflügel gibt es keine Alternative, und die Überwachung von Wildvögeln wird fortgesetzt."