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Kinderpornos: Eifeler angeklagt

Kinderpornos: Eifeler angeklagt

Ein 47-Jähriger aus Prüm ist wegen Verbreitung von Kinderpornos angeklagt: Auf dem Computer des Mannes wurden mehr als 3000 verbotene Filme und Bilder gefunden. Der Mann soll sie übers Internet getauscht haben.

Trier/Prüm. Die Ermittler haben Monate gebraucht, um die Beweise sicherzustellen. Es sei "sehr zeit- und arbeitsaufwendig" gewesen, alle verdächtigen Dateien und die möglichen Kontaktpersonen auf dem Computer eines 47-Jährigen aus Prüm auszuwerten, sagt der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Schließlich gelang es Experten einer Spezialfirma. Sie hat sich nach eigenem Bekunden darauf spezialisiert, gelöschte Dateien, "die andere nicht finden", aufzutun. Die Mitarbeiter der Firma stellten mehr als 3000 Videofilme und Bilder auf dem Computer des Mannes sicher.

Die Aufnahmen zeigten den sexuellen Missbrauch von unter 14-jährigen Kindern, sagt Brauer. Seit zwei Jahren ermittelt die Polizei gegen den Mann. Gestern hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben. Vermutlich im Mai muss er sich vor dem Bitburger Amtsgericht verantworten.

Weil die Computerspezialisten der Polizei überlastet gewesen seien, habe man mit der privaten Firma zusammengearbeitet, sagt Brauer.

Spezialisten werden fündig



Den Spezialisten gelang es auch, 20 Personen in ganz Deutschland ausfindig zu machen, mit denen der Prümer zwischen 2006 und 2008 übers Internet Bilder getauscht haben soll. Die Kriminalinspektion Wittlich ermittelte in der eigens gegründeten Sonderkommission "Operation Puma" gegen sie. Der Prümer, der geschieden sein soll, geriet ins Visier der Fahnder, nachdem bei Männern in Köln und Regensburg verbotene Bilder entdeckt worden waren, die sie mit dem Eifeler getauscht hatten.

Der 47-Jährige nutzte zum Tausch der Bilder und Filme das kostenlose Programm Hello des Internetkonzerns Google, das seit zwei Jahren nicht mehr angeboten wird. Nach TV-Recherchen wurde Hello häufiger zum Tausch von Kinderpornos benutzt. Vor einer Woche wurde ein 44-jähriger Kanadier in den USA zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er entsprechende Bilder und Filme über das Google-Programm verbreitet hatte.

Laut Brauer droht dem 47-Jährigen aus Prüm eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren. Bislang habe der Eifeler nur den Besitz von wenigen kinderpornografischen Bildern zugegeben. Brauer ist sich sicher, dass die Untersuchungen der Computerspezialisten den Prümer überführen können. Laut Polizei gab es 2009 in der Region 51 Fälle von Verbreitung und Besitz von Kinderpornografie.