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Kita-Streik: Arbeitgeber bleiben bei bisherigen Vorschlägen

Kita-Streik: Arbeitgeber bleiben bei bisherigen Vorschlägen

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hat im Kita-Streik den Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi ein formales Angebot gemacht – das sich inhaltlich an den bereits Mitte April gemachten Vorschlägen orientiert. Der Trierer Gewerkschafter stehen dem Angebot skeptisch gegenüber.

Nach ihren Vorschlagspapier, das die VKA bereits im April den Gewerkschaften vorgelegt und das sie heute zum offiziellen formalen Angebot erhoben hat, sollen nur Erzieherinnen, die besondere Aufgaben erfüllen, in eine höhere Gehaltsgruppe eingestuft werden. Das Angebot der VKA bezieht sich auf Erzieherinnen, denen "schwierige fachliche Tätigkeiten in einem pädagogischen Spezialgebiet übertragen sind wie zum Beispiel Inklusion, Sprachförderung oder musische Früherziehung".

Für solche Erzieherinnen, die bislang in die Tarifgruppe S 6 eingruppiert sind, soll die Tarifstufe S 7 geöffnet werden. Erzieherinnen, denen "besonders schwierige fachliche Tätigkeiten" - zum Beispiel die Inklusion von behinderten Kindern - übertragen sind und die bislang in S 8 eingruppiert sind, sollen leichter in die Gehaltsstufe S 8 eingruppiert werden können. Erzieherinnen mit schwierigen oder besonders schwierigen Aufgaben sollen nach Vorschlag der VKA um bis zu 443 Euro, Kinderpflegerinnen bis zu 201 Euro und Kita-Leitungen bis zu 448 Euro mehr erhalten.

Die Gewerkschaften hatten dagegen Gehaltssteigerungen für alle Erzieherinnen, auch für solche im Regeldienst, gefordert - und zwar um vier Tarifgruppen.

Eine offizielle Stellungnahem der Gewerkschaften zu dem formalen Angebot der VKA liegt bislang nicht vor. Ingo Klein von der GEW Trier hatte vorige Woche allerdings gegenüber dem TV erklärt, dass der bisherige Vorschlag der VKA kein "verhandelfähiges Angebot" sei. Verdi-Sekretär Thorsten Servatius erklärte ebenfalls am Donnerstag im TV-Gespräch: "Wenn wir dieses Angebot der VKA so unverändert annehmen würden, dann müsste ich wohl auswandern." Schließlich habe dieses Angebot schon vorgelegen, bevor die Erzieherinnen in Trier und der Region am Dienstag, 12. Mai, in den unbefristeten Streik getreten sind. Ob die Gewerkschaften auf das formale Angebot der VKA eingehen um auf dieser Grundlage zu verhandeln, sei noch nicht entschieden, sagte Servatius.

Bislang verdienen Erzieherinnen im Regeldienst, Tarifgruppe S 6, zwischen 2590 Euro brutto und 3290 Euro. Würden sie in die Tarifgruppe S 10 aufrücken, läge ihr Grundgehalt zwischen 2860 Euro und 3974 Euro (nach 15 Dienstjahren). Erzieherinnen, deren Arbeitsvertrag explizit besonders schwierige Aufgaben wie Integration oder Sprachförderung vorsieht und die deswegen zurzeit in der Tarifgruppe S 8 eingestuft sind, verdienen derzeit zwischen 2660 und 3732 Euro brutto. Nach Forderung der Gewerkschaften sollen sie künftig zwischen 2770 Euro und 3985 Euro verdienen.

Die VKA hat den Gewerkschaften Dienstag, den 2. Juni, als Verhandlungstag vorgeschlagen. Ob die Gewerkschaften sich darauf einlassen, ist bis zur Stunde noch genauso offen wie die Frage, ob und wie lange der Streik noch andauert.

Zur Demonstration nach Frankfurt, wo die VKA am heutigen Donnerstag ihre Mitgliederversammlung abgehalten hat , waren am Donnerstagmorgen mehrere Hundert Erzieherinnen aus Trier und der Region angereist.

Die Stadt Trier hat am Donnerstag angekündigt, die bislang am Standort Kita Trimmelter Hof bestehenden Notgruppen auf zwei Standorte auszuweiten. Welches der zweite Standort sein soll, steht allerdings noch nicht fest. Und auch nicht, wie die Notgruppen betreut werden sollen: "Wir versuchen, dafür noch zusätzliche Ressourcen zu finden", sagte Triers Sozialdezernentin Angelika Birk. Die betroffenen Eltern würden entsprechend informiert.