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Kleine Krankenhäuser in der Region kämpfen ums Überleben - Klinik-Mitarbeiter protestieren gegen Pläne des Bundes

Kleine Krankenhäuser in der Region kämpfen ums Überleben - Klinik-Mitarbeiter protestieren gegen Pläne des Bundes

Weniger Geld, mehr Bürokratie, schlechtere Versorgung: Das erwarten die Kliniken in der Region von der vom Bund geplanten Krankenhausreform. Viele kleine Häuser befürchten ihr Aus. Klinik-Mitarbeiter protestieren heute gegen die Pläne.

Die Krankenhäuser in der Region machen mobil gegen das vom Bund geplante Krankenhausreformgesetz. Sie befürchten, weniger Geld zu bekommen. Damit sei die Versorgung der Patienten in Gefahr, sagt Jörg Mehr, Geschäftsführer des Trierer Mutterhauses. Es gehe ums Überleben, heißt es aus dem Hermeskeiler Krankenhaus, das mit 181 Betten zu den kleineren Kliniken in der Region gehört. Auch im Saarburger Krankenhaus befürchtet man durch die gesetzlichen Vorgaben Mehrkosten.

Das sieht der Gesetzentwurf, der Ende Oktober vom Bundestag verabschiedet werden soll, vor:
Wegfall des Versorgungszuschlags: Kliniken erhalten vom Bund pro Patient einen Zuschlag, um so die Mehrkosten durch höhere Löhne und Gehälter auszugleichen. Der Wegfall dieses Zuschlags bedeute für das Trierer Brüderkrankenhaus (über 600 Betten) mindestens eine Million Euro weniger Umsatz pro Jahr, sagt Christian Weiskopf, kaufmännischer Direktor der Klinik. Qualitätssicherung: Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Qualität der Krankenhausbehandlung vom medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft wird. Bei guter Qualität soll es mehr Geld geben, bei schlechter weniger. Die Kliniken befürchten ein Mehr an Bürokratie und kritisieren, dass die Kassen, die die Leistungen bezahlen, bestimmen, was Qualität ist und was nicht.

Produktivitätssteigerung: Die Krankenhäuser sollen nachweisen, dass sie produktiv arbeiten und ihr Personal effektiv einsetzen. Im Hermeskeiler Krankenhaus führt das etwa dazu, dass der Nachtpförtner nun zusätzlich Arztbriefe abtippen muss, damit kein "unproduktiver" Leerlauf entstehe, sagt Geschäftsführer Christoph Wagner.
"Die Landesregierung nimmt die von den Krankenhäusern beklagte Finanznot sehr ernst", sagt Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Um gegen das Gesetz zu protestieren, haben die Krankenhäuser der Region heute ihr Personal zu Protestaktionen aufgerufen.