"Kleine sind billiger"

TRIER. (wie) Der Streit um den Erhalt der vier regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in Rheinland-Pfalz geht weiter. Nun melden sich die Personalräte zu Wort.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen im Land machen mobil. Erst haben die Vorsitzenden bei Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) gegen eine Fusion der vier Vereinigungen zu einer Landes-KV protestiert (der TV berichtete). Nun gehen die Personalräte auf die Barrikaden. 600 Arbeitsplätze seien landesweit in Gefahr, heißt es in einem gemeinsamen offenen Brief an die Ministerin. "Allein bei uns würden 100 Arbeitsplätze wegfallen", befürchtet die Personalratsvorsitzende der KV Trier, Lucia Schöpke. Vor allem Teilzeitkräfte und schwer behinderte Mitarbeiter seien von einer Fusion betroffen. Seit Ende Februar, als die Pläne für eine Landes-KV erstmals diskutiert wurden, führt der Trierer Personalrat Gespräche mit politisch Verantwortlichen. "Keiner kann uns erklären, warum die Auflösung der regionalen KV Sinn machen soll", sagt Schöpke. "Eine große KV ist auf jeden Fall teurer als vier kleinere." Schöpke verweist auf die Verwaltungskosten der KV Bayern, die um gut zwei Drittel höher sind als die in Trier. Das Argument Dreyers, dass mit einer Fusion Kosten gespart werden könnten, lässt sie nicht gelten. "Wir kosten den Steuerzahler keinen Cent. Die KV finanziert sich ausschließlich aus den Verwaltungskostenbeiträgen der Ärzte." Regionale Vereinigungen gibt es außer in Rheinland-Pfalz nur noch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In den übrigen Bundesländern sind die ärztlichen Selbstvertretungen auf Landesebene organisiert. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Gesundheitsreform sieht vor, dass in Ländern mit weniger als 12 000 Vertragsärzten nur noch eine KV bestehen darf. Für Rheinland-Pfalz träfe dies zu. Zur KV Trier gehören rund 750 niedergelassene Ärzte. Die Personalräte wollen notfalls auch auf die Straße gehen, um ihre Interessen durchzusetzen.

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