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Klimawandel: 2020 wärmstes Jahr in Rheinland-Pfalz

Klimawandel : 2020 ist wärmstes Jahr in Rheinland-Pfalz seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Seit 1881 ist die mittlere Jahrestemperatur in Rheinland-Pfalz um 1,6 Grad Celsius gestiegen. Bis Ende des Jahrhunderts rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg von bis zu 3,5 Grad.

Bei nasskaltem Schmuddelwetter fällt die Erinnerung an den vergangenen Sommer schwer. Dabei war er erneut unerwartet lang, heiß und trocken. Schon früh fühlte sich 2020 so an, als könne es erneut Temperaturrekorde brechen und dieser Eindruck trog nicht.

Wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium mitteilt, war 2020 in Rheinland-Pfalz mit einer mittleren Jahrestemperatur von 11 Grad Celsius das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Die mittlere Jahrestemperatur ist im Land seither um 1,6 Grad Celsius angestiegen. „Die hohe Anzahl an abgestorbenen Bäumen und der Rückgang der Grundwasserneubildung sind Alarmzeichen und zeigen: Der Klimawandel ist auch bei uns bereits bittere Realität“, sagte Staatsministerin Anne Spiegel am Dienstag in Mainz. Nach Daten des Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen sei bis Ende des Jahrhunderts ein weiterer Anstieg der mittleren Jahrestemperatur von bis zu 3,5 Grad möglich.

Der Niederschlag lag in Rheinland-Pfalz 2020 mit 686 Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem Mittel der vergangenen 30 Jahre mit 779 Litern. „Wir müssen diese Signale ernst nehmen und jetzt alle Kräfte für mehr Klimaschutz bündeln. Das tun wir in Rheinland-Pfalz bereits: In unserem Bundesland sind durch das Klimaschutzgesetz und das kürzlich fortgeschriebene Klimaschutzkonzept die Weichen für ein klimaneutrales Rheinland-Pfalz gestellt“, führte Spiegel an. Es werde jedoch nicht ausreichen, nur auf Klimaschutz zu setzen. Vielmehr müsse auch die Klimafolgenanpassung verstärkt in den Fokus gerückt werden, so die Ministerin weiter und kündigte ein Programm zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel an, das voraussichtlich in diesem Jahr starten soll.

Besonders stark leidet der Wald unter den Folgen des Klimawandels. Die Wälder sind so schwer geschädigt wie noch nie seit Beginn der Erhebungen vor 36 Jahren. Der Anteil kranker Bäume in Rheinland-Pfalz stieg von 82 auf 84 Prozent, heißt es im Waldzustandsbericht 2020. Seit 2018 sind landesweit mehr als elf Millionen Bäume wegen Trockenheit und Borkenkäferschäden abgestorben. Bei der Begutachtung war nur jeder sechste Baum (16 Prozent) gesund. Besonders stark haben die Schäden bei Eschen, Buchen, Lärchen und Fichten zugenommen.