Klöckner beruft Schartz ins Team

Klöckner beruft Schartz ins Team

Der Vorhang für das rheinland-pfälzische CDU-Schattenkabinett hat sich ein weiteres Mal um ein paar Zentimeter gehoben. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner beruft mit dem Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz einen CDU-Politiker aus der Region Trier in ihr "Kompetenzteam".

Mainz. Julia Klöckner, Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 27. März, lüftet den Schleier über ihrem Schattenkabinett und präsentiert zwei weitere Namen: Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (55) steht für die Bereiche Soziales, Familie, Gesundheit, Integration und Stadtentwicklung, die weitgehend dem Ministerium von Malu Dreyer (SPD) entsprechen. Günther Schartz (48), Landrat im Kreis Trier-Saarburg, betreut die Themen kommunale Entwicklung, ländlicher Raum (nicht Landwirtschaft), Verkehr und Europa.

Günther Schartz - eine Kurzeinschätzung: Der Christdemokrat gilt als erfahrener und kompetenter Kommunalpolitiker, der sich in Fachkreisen über die Region Trier hinaus Anerkennung erworben hat. Als Vize-Landesvorsitzender ist der Jurist in der CDU gut vernetzt und genießt hohe Akzeptanz. "Günther ist ein Mann mit Rückgrat", beschreibt ihn ein Parteikollege. Der Familienvater (verheiratet, drei Kinder) und passionierte Skifahrer wird auch vom politischen Gegner respektiert, ist aber landesweit noch wenig bekannt.

Wofür Günther Schartz inhaltlich steht: Eines der Kernthemen des Landrats ist die Entwicklung des ländlichen Raums.

Dabei sind ihm eine verlässliche Breitbandversorgung, die Förderung der Ortskernsanierung statt immer neuer Baugebiete oder eine konsequente Bürgerbeteiligung bei Verkehrsprojekten wichtig. Schartz sieht das Profil der Ortsbürgermeister im Wandel. "Künftig werden sie sich mehr um den Generationenzusammenhalt oder die Familienfreundlichkeit ihrer Gemeinde kümmern müssen." Scharfe Kritik übte Schartz am staatlich geförderten Freizeitpark am Nürburgring: "Der Bestandsausbau einer Kreisstraße kostet rund 150 000 Euro pro Kilometer. Wenn man allein das Geld nimmt, das am Nürburgring verschleudert wurde, könnte man rund 3400 Kilometer Kreisstraßen im Land sanieren."

Eva Lohse - eine Kurzeinschätzung: Die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen gilt als integer und als eine der wenigen Stars in der Kommunalpolitik, die die CDU zu bieten hat. Viele Christdemokraten hätten ihr auch die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl zugetraut. Sie war es, die die einst rote Bastion Ludwigshafen erobert hat. Einziges Manko: Manche Parteifreunde bezweifeln, dass sie die nötige Härte hat, sich in harten Machtkämpfen durchzusetzen.

Wofür Eva Lohse inhaltlich steht: CDU-Parteichefin Julia Klöckner vertraut der promovierten Juristin den nach der Bildung zweitwichtigsten Bereich an: Sie soll den demografischen Wandel, also das Schrumpfen der Bevölkerung, in ihrem "Zukunftsministerium" politisch gestalten. Dabei wird sie von Armin Laschet (CDU), dem früheren Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen, beraten.

Die sportbegeisterte Mutter zweier erwachsener Töchter will alle Gesetze einem "Familien- und Demografie-Check" unterziehen. Ihr Credo: "Wir müssen Verteilungskämpfe im Land verhindern."

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