Klöckner hat Bauchschmerzen wegen Grünen-Haltung zu Hahn

Klöckner hat Bauchschmerzen wegen Grünen-Haltung zu Hahn

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner kritisiert den Umgang der Grünen mit dem Hunsrück-Airport Hahn. Die Grünen pochen auf die Nachtruhe der Anwohner - die Christdemokraten aber auf die 24-Stunden-Genehmigung.

(dpa/lrs) „Bauchschmerzen bereitet mir die Haltung der Grünen zum Flughafen“, sagte sie in Mainz. „Bei ihrem Bundesparteitag haben sie sich für ein deutschlandweites Nachtflugverbot ausgesprochen, also auch am Hahn. Hier gilt aber die 24-Stunden-Genehmigung, an der will ich nicht rütteln, da sie eine große Chance für den Hunsrück-Flughafen ist, um mehr Fluggeschäft zu bekommen.“ Das wäre vor allem dann der Fall, wenn das Bundesverwaltungsgericht im März entscheiden würde, dass das vorläufige Nachtflugverbot in Frankfurt von Dauer wäre.

Auch die Grünen in Rheinland-Pfalz pochen auf die Nachtruhe der Hahn-Anwohner. Hier zeichnen sich Konfliktlinien im rot-grünen Regierungsbündnis ab. Während die SPD einem Ausbau des defizitären Flughafens für mehr Frachtflüge aufgeschlossen gegenübersteht, wollen die Grünen erst die Konzepte eines künftigen Investors sehen.

Klöckner betonte: „Es müssen unbedingt seriöse Investoren gefunden werden. Wir brauchen kein zweites Mal Fallen und Versprechungen à la Nürburgring.“ Damit bezog sie sich auf die spektakulär gescheiterte Privatfinanzierung des Freizeitparks an der Eifel-Rennstrecke. „Klar ist, dass ein Investor nur dann (beim Flughafen Hahn) anbeißt, wenn er mehr als 51 Prozent der Anteile halten kann“, ergänzte Klöckner, die auch die CDU-Landtagsopposition führt. „Ich bin aber dagegen, dass dieser sich dann alleine die Filetstücke herauspickt und das Land wieder nur für die Risiko- und Zuschussanteile zuständig ist.“

Sie forderte die Landesregierung auf, sich endlich dafür einsetzen, andere große Passagierfluggesellschaften für den Hunsrück zu gewinnen, um die starke Abhängigkeit vom Quasimonopolisten Ryanair zu verringern. „Ich glaube nicht, dass Ryanair explizit heimatliche Gefühle für den Hahn hegt und ein Herz für den Hunsrück hat. Es geht der Airline ums Geschäft, das muss uns klar sein, das ist auch erst einmal gar nicht zu kritisieren.“

Der Billigflieger schaue sich auch stets in anderen Regionen um. „Finanzen und Infrastruktur spielen für die Iren eine ganz große Rolle. Wenn sie damit unzufrieden sind, können sie ganz schnell aus dem Hunsrück verschwinden“, ergänzte Klöckner. „Wir sollten die Geschäftsbeziehungen zur Ryanair positiv gestalten, gerade wenn es auch wieder mal heißt, dass sie zum Flughafen Köln/Bonn abwandern könnte.“ Doch dürfe sich die Politik eben keinesfalls erpressen lassen.

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