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Klöckner und Seehofer: Erntehelfer dürfen kommen

Landwirtschaft : Ernte scheint gerettet: Jetzt dürfen doch Helfer einreisen

(Mos) Spargel- und Obstbauern sahen ihre Ernte schon verrotten. Nun dürfen in April und Mai doch jeweils 40 000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen.

Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag verständigt. Zuvor hatte es auch seitens der EU Kritik an Seehofers Einreiseverbot gegeben. Sind Saisonarbeitskräfte laut EU-Leitlinien doch systemrelevant und haben Anspruch auf Einreise.

„Das ist eine gute Nachricht“, sagt Michael Horper, Präsident des Bauernverbands Rheinland-Nassau. Viele der Erntehelfer kämen seit Jahren und seien Spezialisten für die anstehenden Arbeiten.

Die Einreise ist nur mit dem Flugzeug erlaubt und gleich nach Ankunft muss der Arbeitergeber einen Gesundheitscheck veranlassen. Auch müssen die Helfer in den ersten zwei Wochen getrennt von anderen arbeiten und dürfen den Betrieb nicht verlassen.  Parallel wird angestrebt, für April und Mai bundesweit je 10 000 Arbeitslose, Studierende, Asylbewerber oder Kurzarbeiter aus dem Inland anzuwerben.

In den ehemaligen Regierungsbezirken Trier und Koblenz, wo für 2020 mit 22 000 Hilfskräften aus Polen, Rumänien und Bulgarien kalkuliert worden war, läuft das Anwerben einheimischer Helfer nach Auskunft des Bauern- und Winzerverbands sehr gut. Mehrere Hundert hätten sich gemeldet. Überwiegend Studenten und Abiturienten. Bauern und Winzer seien zuversichtlich.  Dass Ernte und Lese gelingen, ist dieses Jahr besonders wichtig, da Importe aus Spanien und Italien wohl zurückgehen. „Es ist überwältigend, dass Hunderte bereit sind, den Bauern- und Winzerfamilien zu helfen“, sagt Horper und dankt.

In der Region Trier wird das Gros der Helfer erst ab Mitte Mai benötigt, wenn es mit den Laubarbeiten im Weinberg losgeht.