Knirschen im Gebälk

MAINZ. (red) Im Gebälk der Lafontaine-Gysi-Linken knirscht es im Lande gewaltig. Sie streiten darum, mit welchem Namen sie in die Landtagswahl ziehen.

Die WASG (Die Wahlalternative) reklamiert die Führungsrolle und will die alte PDS (heute: Linkspartei oder "Die Linke") als Gast auf der Liste lieber im Untertitel verstecken, um sich nicht mit der SED- oder Stasi-Vergangenheit zu belasten. Die Linke hält ihr Markenzeichen aber für besser. Wie groß das Einigungspotenzial derer ist, die eine Einheitspartei anstreben, zeigt sich nach einem Spitzentreffen am 5. Oktober in Mainz beim Landesparteitag der Linkspartei am 15. Oktober in Hachenburg. Der WASG-Landesparteitag hat in der Königsbacher Brauerei bereits mit den Muskeln gespielt. Alle hauen sich auf die Schultern, weil WASG-Landesvorsitzender Alexander Ulrich in den Bundestag einzieht. WASG-Chef Ulrich möchte auf dem Weg zur gesamtdeutschen Einheitspartei die Linke im Westen stärken, "um die SED-Erblast abzustreifen". Deshalb macht er sich dafür stark, dass die WASG die federführende Rolle übernimmt und diesmal die Linkspartei huckepack auf die Liste genommen wird. Die Mehrheit der 68 Delegierten ist bei neun Nein-Stimmen und einer Enthaltung dafür, dass die WASG im Landtagswahlkampf den Ton angibt.