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Königinnen heimlich per Post verschickt

Königinnen heimlich per Post verschickt

Da staunte eine Zollbeamtin in Trier nicht schlecht: In einem Päckchen aus China befanden sich in einem präparierten Buch mehrere Plastikbehälter mit Bienen, einige von ihnen bereits gestorben. Empfängerin der ungewöhnlichen Sendung war eine Imker-Tochter aus der Nähe von Trier.

Vermutlich wollte er seinen Bienenstamm erweitern. Daher hat sich ein Imker aus der Nähe von Trier beziehungsweise seine Tochter Bienen (Königinnen und Arbeiterinnen) aus China bestellt. Doch offenbar haben die beiden die Rechnung ohne den Zoll gemacht. Weil das als Geschenksendung deklarierte Päckchen nicht die notwendige Zollinhaltserklärung für Sendungen von außerhalb der EU enthalten hat, in der der Inhalt, das Gewicht und der Wert der verschickten Ware angegeben werden müssen, haben es Mitarbeiter des Paketdienstes an den Zoll weitergegeben. Von dort ging es dann die an das zuständige Zollamt des Empfängers, in dem Fall im Trierer Stadtteil Ehrang. Dorthin mussten der Imker und seine Tochter kommen, um ihr Päckchen in Empfang zu nehmen. D

ie Tochter musste es dann vor den Augen einer Zollbeamtin öffnen. Was zunächst zum Vorschein kam, sah unscheinbar aus: Ein Buch, das mit Gummiringen zusammengebunden war. Als die Beamtin das Buch mit chinesischen Schriftzeichen öffnete, musste sie feststellen, dass darin einige Seiten ausgeschnitten waren und dass sich in der Öffnung vier mit Löchern versehene Plastikbehälter befanden. Darin waren Bienen versteckt, jeweils eine Königin und fünf Arbeiterinnen. "Ein Teil der Tiere hat den Transport nach Deutschland nicht überlebt", sagt Thomas Molitor, Sprecher des zuständigen Hauptzollamtes in Koblenz.

Grundsätzlich sei es nicht verboten, sich Bienen aus dem Ausland schicken zu lassen, erklärt Molitor. Allerdings müssen sie dann eine Gesundheitsbescheinung vorweisen, mit der bestätigt wird, dass die Tiere keine ansteckenden Krankheiten haben oder das keine Parasiten durch sie eingeschleppt werden - wie etwa die Varroamilbe, die ganze Bienenvölker vernichten kann. Da die China-Bienen keine solche Bescheinung gehabt hätten, habe der Zoll die Tiere beschlagnahmt, sagt Molitor.

Der Zollsprecher wörtlich dazu: "Eine Rücksendung ist aus seuchehygienischen und aus Tierschutzgründen nicht vertretbar."

Warum sich die Imker-Tochter Bienen aus China bestellt hat, ist unklar. Vermutlich sind die Tiere dort billiger als in anderen Ländern. Für 25 bis 100 Euro werden im Internet Bienenköniginnen samt Arbeiterinnen für den Versand angeboten. Beim Zoll geht man jedoch davon aus, dass die in China gekauften Bienen, die für die Tochter des Imkers bestimmt waren, nicht bei einem offiziellen Bienenzüchter erworben worden sind. Darauf jedenfalls deute das Versteck in einem Buch. Eine Strafe droht dem Imker und seiner Tochter jedenfalls nicht.