Kollegen noch unter Schock

Kollegen noch unter Schock

DOCKENDORF. Die genaue Ursache für einen Zwischenfall in der Nähe von Dockendorf (Kreis Bitburg-Prüm), bei dem am Mittwochnachmittag während Wartungsarbeiten an einer Hochspannungsleitung ein Monteur ums Leben kam, ist noch unklar. Von einem Fremdverschulden geht die Polizei derzeit allerdings nicht aus.

"Wir wissen noch gar nichts", sagt Sabine Saupe, Geschäftsführerin der Firma Sasa Enerkom GmbH, die im Auftrag eines RWE-Subunternehmens mit der Wartung und Reparatur an Hochspannungsleitungen in der Nähe von Dockendorf beschäftigt ist und dabei am späten Mittwochnachmittag einen ihrer Mitarbeiter auf tragische Weise verloren hat. Der 23-jährige Monteur, der seit eineinhalb Jahren für das in Bad Dürrenberg (in der Nähe von Leipzig) ansässige Unternehmen tätig ist, war bei Arbeiten an der 220 000-Volt-Leitung mit seinem Arbeitskorb an eine darunter quer verlaufende Leitung mit einer Spannung von 20 000 Volt gekommen und erlitt dabei einen Stromschlag.RWE wartet Ermittlungen ab

Der wenige Minuten nach dem Unglück eintreffende Notarzt konnte nur noch den Tod des in Trennung von seiner Frau lebenden Vaters einer einjährigen Tochter feststellen. Warum der 23-Jährige, der nach Aussage der Sasa-Enerkom-Geschäftsführerin schon länger als Elektrofachkraft gearbeitet habe und auch regelmäßig geschult worden sei, an die Starkstromleitung gekommen sei, dazu konnte Sabine Saupe auf TV-Anfrage gestern noch nichts sagen. Sie selbst habe mit den beiden Monteuren, die laut Polizei zum Zeitpunkt des Stromschlags in unmittelbarer Nähe des Verunglückten gearbeitet hatten, noch nicht sprechen können: Sie stehen noch unter Schock. Derzeit gehe die Polizei davon aus, dass der Mann wahrscheinlich aus Unachtsamkeit an die Leitung gekommen sei, erklärte Klaus Schnarrbach von der Polizeiinspektion Bitburg. Wie beim Gewerbeaufsichtsamt werde in dem Fall auch bei seiner Behörde weiter ermittelt. Erkenntnisse würden an die Staatsanwaltschaft Trier weitergeleitet, sagte Schnarrbach. Der Eigentümer der Hochspannungsleitungen, die RWE Ruhr AG, sprach den Angehörigen in einer Pressemitteilung zwar ihr Mitgefühl aus und kündigte Unterstützung bei der Aufklärung des Vorfalls an, wollte sich aber zu dem Unglück weiter nicht äußern. Man wolle die Ermittlungen abwarten, erklärte RWE-Pressesprecher Rolf Lorig. Als unmittelbare Folge der Tragödie, die einen Kurzschluss auslöste, waren am Mittwoch die Orte Birtlingen, Messerich, Ingendorf, Rittersdorf, Dockendorf, Wißmannsdorf, Hermesdorf sowie Teile von Bitburg und Biersdorf vorübergehend ohne Strom. Laut RWE war in den meisten Ortschaften der Strom bereits nach einer halben Stunde wieder verfügbar. Lediglich in Dockendorf habe es zwei Stunden gedauert.