Kolumbiens blutiger Konflikt

Kolumbiens blutiger Konflikt

Bogotá (dpa) Seit 1964 haben linke Guerillagruppen in Kolumbien gegen die Sicherheitskräfte gekämpft. Jahrzehntelang beteiligten sich auch rechte Paramilitärs an den Kampfhandlungen gegen die Guerilla.

Mehr als 220 000 Menschen wurden getötet. Zudem wurden über sechs Millionen aus ihren Heimatregionen vertrieben. Nach Afghanistan ist Kolumbien das Land mit den meisten Landminen-Opfern. Der Konflikt mit der Farc-Guerilla war bis zum Friedensvertrag 2016 der längste der westlichen Hemisphäre.
Mit der Abgabe der letzten Waffen wurde der Konflikt mit der größten Rebellengruppe im August offiziell für beendet erklärt. Präsident Juan Manuel Santos wurde für seine Bemühungen im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, allerdings gibt es viel Kritik an milden Strafen für Verbrechen der Guerillakämpfer und eine umfassende Unterstützung durch den Staat. Zuletzt hatten die Farc noch 6800 Kämpfer. Die Farc ("Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia" - "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens") wollen künftig als politische Bewegung für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten. Die kleinere ELN-Guerilla führt derzeit Friedensgespräche mit der Regierung.
Sorgen bereiten die kriminellen Banden in dem südamerikanischen Land. Ihre Mitglieder sind unter anderem Kämpfer der rechten Paramilitärs, die 2006 offiziell die Waffen niederlegten. Mit einem landesweiten Aussöhnungsprozess soll verhindert werden, dass es zu einem Wiederaufflammen der Gewalt, zu neuen rechtlosen Zonen oder zu Racheakten kommt.

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