Konsequenzen im Amt?

Saarbrücken. (mju) Es gibt weitere Opfer des Kinderschänderringes. Entsprechende Informationen der "Saarbrücker Zeitung" (wir berichteten) sind gestern bestätigt worden.

Drei weitere Kinder (zwei Mädchen und ein Junge) im Alter von vier bis elf Jahren sind wie der kleine Pascal Zimmer Opfer des Kinderschänderringes in Saarbrücken geworden. Ein Sprecher des Stadtverbandes erklärte, diese Kinder seien aus ihrem bisherigen Umfeld heraus genommen worden. Nach Informationen der "Saarbrücker Zeitung" handelt es sich um ein Mädchen, das vom Jugendamt des Stadtverbandes bei einer Pflegemutter in Obhut gegeben worden war. Diese Frau soll kurze Zeit inhaftiert gewesen sein. Das Saarbrücker Landgericht hatte dann aber einer Haftbeschwerde stattgegeben. Die beiden anderen Kinder - es handelt sich wohl um Geschwister - lebten bei ihrer leiblichen Mutter. Sie und ihre Kinder sollen angeblich in der Vergangenheit wiederholt in der "Tosa-Klause" der Hauptbeschuldigten im Fall Pascal, der Wirtin Christa W., gesehen worden sein. Das Jugendamt kam massiv in die Kritik, weil es in der Vergangenheit wiederholt aus Nachbarschaft und Polizei Alarmmeldungen auf Verwahrlosung und Misshandlung des Kindes gegeben hatte. So soll der Junge im Alter von zweieinhalb Jahren regelmäßig "zu seiner Beruhigung" weggesperrt und auch von "Betreuern" geschlagen worden sein. Stadtverbandspräsident Michael Burkert (SPD), der wiederholt angekündigt hat, die Vorgänge im Jugendamt würden "rückhaltlos aufgeklärt", hat für heute kurzfristig eine Pressekonferenz angesetzt. Es gibt daher Anhaltspunkte dafür, dass er gravierende Fehler des Amtes bestätigen wird. Auch personelle Konsequenzen in der Behörde sind wahrscheinlich.

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