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"Konsul" gesucht: Wird Triers Oberbürgermeister Jensen neuer Vertreter Luxemburgs?

"Konsul" gesucht: Wird Triers Oberbürgermeister Jensen neuer Vertreter Luxemburgs?

Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen soll neuer Honorarkonsul des Großherzogtums werden. Das hat der Trierische Volksfreund aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. In Luxemburgs Außenministerium will man die Personalie weder bestätigen noch dementieren. Jensen wäre der erste Sozialdemokrat, der das prestigeträchtige Ehrenamt bekleidet.

Trier/Luxemburg. Seine Tage im Amt sind gezählt: Ende März 2015 wird Klaus Jensen seinen Schreibtisch im Rathaus räumen. Gut möglich, dass der OB schon wenig später ein neues Büro beziehen darf - in der Industrie- und Handelskammer. Dort residiert das Honorarkonsulat des Großherzogtums Luxemburg, und nach bislang unbestätigten TV-Informationen wünscht man sich im Nachbarland, dass Jensen neuer Honorarkonsul wird.Keine Bestätigung


Im luxemburgischen Außenministerium will man die Personalie nicht bestätigen - noch nicht: "Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es seitens der luxemburgischen Regierung noch keine definitive Entscheidung bezüglich der Nachfolge von Herrn Franz Peter Basten", erklärt ein Sprecher auf Anfrage.
Und Klaus Jensen sagt: "Ich nehme grundsätzlich zu Gerüchten keine Stellung." Ein Dementi klingt anders, doch wäre es auch ein diplomatischer Fauxpas, würde Jensen einer offiziellen Mitteilung des Großherzogtums vorgreifen.
Die deutsche Bezeichnung des Amtes könnte ein Missverständnis bergen. Denn ein Honorarkonsul ist nicht etwa ein Konsul, der auf Honorarbasis arbeitet. Im Gegenteil: "Die Tätigkeit ist rein ehrenamtlich und wird in keinerlei Hinsicht finanziell entlohnt", stellt der Ministeriumssprecher klar. Der Titel stamme ursprünglich aus dem Französischen, wo von "Consul honoraire" die Rede ist. Weil aber "Honoraire" sich in diesem Kontext nicht auf "Honorar", sondern auf "ehrenamtlich" beziehe, müsse die deutsche Übersetzung genau genommen "Ehrenkonsul" lauten, klärt er auf.Zurzeit neun Honorarkonsule


Luxemburg wird derzeit durch immerhin neun Honorarkonsule in Deutschland vertreten - von Bad Homburg über Bremen bis Stuttgart. Deren wesentliche Aufgaben bestünden "in der Assistenz Luxemburger Staatsbürger, der Vertretung Luxemburger Interessen in kommerziellen und finanziellen Fragen sowie der Förderung kultureller Zusammenarbeit zwischen dem Großherzogtum und den jeweiligen Regionen", liefert das Außenministerium ein Stellenprofil. Ein Vollzeitjob ist es nicht, eher ein Amt, das Einladungen zu etlichen Empfängen garantiert.Bisher Christdemokraten im Amt



Dabei dürfte es Jensen an solchen auch nach seinem Ausscheiden aus dem OB-Amt nicht mangeln. Schließlich ist er auch als Ehemann von Malu Dreyer gefragt, und an der Seite der Ministerpräsidentin wird man den 62-Jährigen ab April wohl häufiger sehen. Sollte Jensen Honorarkonsul werden, würde der Sozialdemokrat auf eine Riege namhafter Christdemokraten folgen: Bevor der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Basten (70) die Aufgabe übernahm, hatten Ex-Europaparlamentarier Horst Langes und der langjährige Mainzer Wirtschafts- und Verkehrsminister Heinrich Holkenbrink das Amt inne.