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"Kreise opfern sich für Trier"

"Kreise opfern sich für Trier"

Die Preise für Bus- und Bahnfahrten sollten von Januar an flächendeckend in der gesamten Region steigen. Mal wieder, nachdem die Tickets erst Anfang des Jahres teurer geworden waren. Da jedoch vor allem Trier von höheren Preisen für Tagestickets betroffen ist, einigten sich die Landkreise und die Stadt Trier nun darauf, vor allem die Monats- und Jahreskarten teurer zu machen.

Trier. So richtig überraschend ist es nicht: Dass die Preise für Bus und Bahn in der Region mal wieder steigen würden, war bereits nach der Tariferhöhung Anfang 2013 klar. Im Januar sind die Ticketpreise im Schnitt um 6,2 Prozent erhöht worden - und zwar für den kompletten Bereich des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT), also die vier Landkreise und die Stadt Trier. Bereits da zeichnete sich ab, dass vor allem die im Linienverkehr tätigen Busunternehmer außerhalb von Trier mit der Januar-Preiserhöhung nicht auskommen würden. Steigende Spritpreise und Personalkosten fressen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf weithin auf. Hinzu kommt, dass aufgrund der Preiserhöhung der Verkauf von Einzelfahrscheinen im ersten Halbjahr 2013 deutlich zurückgegangen ist. Um bis zu sieben Prozent weniger Tickets haben die im VRT zusammengeschlossenen Unternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres verkauft (pro Jahr sind es zwei Millionen Einzeltickets).
Zwar konnte eine weitere Preiserhöhung im Laufe des Jahres verhindert werden. Doch für 2014 sei sie "unvermeidbar", sagt VRT-Chefin Veronika Zänglein.
Daher hat der VRT-Zweckverband, in dem die Landkreise Trier-Saarburg, Vulkaneifel, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich sowie die Stadt Trier durch Delegierte vertreten sind, am Mittwochabend beschlossen, dass Bus- und Bahnfahren ab Januar teurer wird. Diesmal allerdings nicht generell - wohl aus Rücksicht auf den Linienverkehr in Trier.
Nach TV-Informationen hat es vor der Sitzung am Mittwochabend zwei mögliche Modelle für eine Tariferhöhung gegeben. Beide hätten deutliche Preissteigerungen bei Einzelfahrscheinen für innerörtliche Busfahrten, etwa für Kurzstrecken in Trier, Bitburg oder Wittlich vorgesehen.Umstrittene Preiserhöhung


Ein Ticket der Tarifzone zwei (etwa von Trier-Hauptbahnhof zur Uni) hätte dann statt derzeit 2,70 Euro mindestens 2,80 Euro gekostet. Auch eine noch deutlichere Erhöhung war im Gespräch. Das hätte bedeutet, dass Trier aus dem VRT ausgestiegen wäre. Die Zukunft des Verbandes und damit die einheitliche Tarifstruktur in der Region hätten auf dem Spiel gestanden. Beide Varianten hätten vor allem für Trier, wo die meisten Einzelfahrscheine für Kurzstrecken verkauft werden, eine überdurchschnittliche Preiserhöhung bedeutet.
Da die Tariferhöhung im Januar das Busfahren in Trier überdurchschnittlich erhöht hat, hat es nach TV-Informationen vor der Verbandssitzung am Mittwoch eine Krisensitzung zwischen dem Verbandsvorsteher, dem Eifelkreis-Landrat Joachim Streit, und Vertretern von Busunternehmern gegeben. Dabei einigte man sich auf eine dritte Variante. Demnach steigen die Preise ab Januar vor allem für Tickets ab Preisstufe drei, also für längere Fahrten sowie für Monats- und Jahrestickets. Tagestickets werden im Schnitt ein Prozent teurer. Eine Fahrt von Trier nach Hermeskeil dürfte ab Januar statt derzeit 6,90 Euro wohl 7,50 Euro kosten. Ein Monatsticket für die Preisstufe kostet ab Januar statt 75,80 Euro 78 Euro.
Damit werden auch die Schülerfahrkarten teurer. Die Kosten für die verbilligten Tickets für Schüler bis zur zehnten Klasse übernehmen die Kommunen, falls der Schulweg länger als vier Kilometer ist. In der Region davon betroffen sind vor allem die Landkreise. Dort sind 90 Prozent der Busbenutzer Schüler, anders als etwa in Trier. Dadurch werden sich ab 2014 auch die Ausgaben der Kreise erhöhen. Die Vertreter aller vier Kreise haben - genauso wie die der Stadt Trier - offenbar einstimmig für die Erhöhung der Monats- und Jahresticketpreise gestimmt. Die Landkreise hätten sich für die Stadt Trier geopfert, sagte Verbandschef Streit dem TV nach der Sitzung. Streit: "Das ist echte Solidarität."
Doch wie schon in den Jahren zuvor können weder er noch VRT-Chefin Zänglein versprechen, dass die Preiserhöhung im Januar 2014 die einzige sein wird.Extra

Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) wurde 2000 von der Stadt Trier und den vier Landkreisen gegründet. Aufgabe des VRT ist es, in der gesamten Region einen einheitlichen Tarif und ein aufeinander abgestimmtes Bus- und Bahnangebot aufrechtzuerhalten. Derzeit sind im VRT-Gebiet 15 Busunternehmen und die Deutsche Bahn tätig. Bislang sind sie mit den Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf, den gesetzlich geregelten Ausgleichszahlungen für den Schülertransport durch das Land und den Zahlungen der Kommunen ausgekommen. wie