Kreistag Bernkastel-Wittlich lehnt Nationalpark im Hunsrück ab

Kreistag Bernkastel-Wittlich lehnt Nationalpark im Hunsrück ab

Obwohl die Mehrheit der betroffenen Gemeinden für einen Nationalpark im Hunsrück ist, stimmen die Kreistage Trier-Saarburg und Birkenfeld dem Landesprojekt nur unter Bedingungen zu. Der Kreis Bernkastel-Wittlich ist immer noch dagegen.

Auf dem Weg zu einem Nationalpark im Hunsrück - es wäre bundesweit der 16. und der erste im Land - haben die Kreistage in Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld am Montag ihr Votum darüber abgegeben, ob sie für oder gegen die von der rot-grünen Landesregierung geplante Ausweisung eines 9260 Hektar großen Schutzgebiets im Staatswald sind.
Das Ergebnis: Die Kreistage in Trier-Saarburg und Birkenfeld haben sich mehrheitlich für den Nationalpark ausgesprochen. Sie knüpfen ihr Ja aber an Bedingungen. So verlangen die Birkenfelder, auf deren Gebiet rund drei Viertel des Nationalparks liegen, dass ihnen besondere Mitwirkungsrechte eingeräumt werden. In Trier-Saarburg stimmten 35 Parlamentarier für das Projekt, drei lehnten es ab, fünf enthielten sich. In Birkenfeld waren es 31 Ja- und sechs Nein-Stimmen. Eine wichtige Voraussetzung für das Votum in Trier-Saarburg war, dass zuvor der Rat der direkt betroffenen Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil den Nationalpark befürwortet hatte.

Der Kreistag Bernkastel-Wittlich hatte das Projekt bisher - unter anderem wegen der starken Widerstände in der Gemeinde Morbach mit der dortigen Holzindustrie - abgelehnt. Auch am Montag sprach er sich nach einer teils hitzig geführten Debatte mit 22 zu zwölf Stimmen gegen den Nationalpark aus. Gleichwohl betonte der Kreistag in seinem Beschluss, dass er die abschließende Entscheidungskompetenz bei den unmittelbar vor Ort betroffenen Kommunen sehe und deren Entscheidungen zur Kenntnis nehmen werde.

Direkt vom Nationalpark berührt ist im Kreis Bernkastel-Wittlich die VG Thalfang: Auch deren Rat befasste sich am Montagabend mit dem Landeskonzept, die Ratsmitglieder stimmten mit großer Mehrheit für den Nationalpark.

Bis Montag haben sich um die 80 Prozent der Orts- und VG-Räte für den Nationalpark ausgesprochen. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) bezeichnete diese Zustimmungsrate als "sehr erfreulich". Sie wird am 19. Dezember zusammen mit ihrer saarländischen Amtskollegin Anke Rehlinger (SPD) in Neuhütten (Kreis Trier-Saarburg) das Ergebnis der Abstimmungen offiziell bewerten und den weiteren Fahrplan vorstellen.

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