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Kusel-Prozess: Andreas S. soll Leichenfotos der Polizistin gezeigt haben

Familie erstattet Anzeige im Kusel-Prozess : „Ungeheuerliches Verhalten“: Hauptangeklagter soll im Gefängnis Leichenfotos der getöteten Polizisten gezeigt haben

Aufregung im Kusel-Prozess: Der Hauptangeklagte Andreas S. soll im Gefängnis Tatortfotos gezeigt haben. Dagegen wehrt sich die Familie der getöteten Polizistin. Außerdem äußerte sich erstmals der Nebenangeklagte vor Gericht.

Im Mordprozess um tödliche Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar in der Pfalz hat der Nebenangeklagte erstmals ausführlich Angaben zur Person gemacht. Der 33-Jährige schwieg an bisher 14 Verhandlungstagen im Landgericht Kaiserslautern – am Montag antwortete er nun auf etwa 40 Fragen von Richter Raphael Mall. Darin schilderte der Saarländer eine schwierige Jugend nach der Scheidung seiner Eltern und einem zeitweiligen Umzug nach Italien.

Die mit Spannung erwarteten Fragen zur Tat konnte Mall nicht stellen: Ein wichtiger Gutachter fehlte wegen einer Corona-Erkrankung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Nebenangeklagten versuchte Strafvereitelung vor – er habe beim Verwischen der Spuren geholfen.

Kusel-Prozess: Andreas S. mit „ungeheuerlichem Verhalten“

Hauptangeklagter ist ein 39 Jahre alter Mann. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Männer Jagdwilderei betrieben hatten. Eine Polizistin und ihr Kollege entdeckten die Männer demnach bei einer Verkehrskontrolle auf einer Kreisstraße. Der Anklage zufolge soll der Hauptangeklagte die Polizisten erschossen haben, um die Jagdwilderei zu vertuschen. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen.

Mall verlas am Montag eine Strafanzeige der Familie der getöteten Polizistin. Sie wirft dem Hauptangeklagten vor, im Gefängnis zwei Tatortfotos der getöteten Frau aus Ermittlungsakten weitergegeben zu haben. Dies sei „grob anstößiges und ungeheuerliches Verhalten“, zitierte Mall. Die Familie erstatte Anzeige wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten“.

(dpa)