Länder wollen gemeinsame Verzehrempfehlung für belastete Fische

Länder wollen gemeinsame Verzehrempfehlung für belastete Fische

Das Saarländische Umweltministerium warnt erneut vor dem Verzehr einiger Saarfische, da diese mit dem Umweltgift PCB belastet seien. In Rheinland-Pfalz gelten wiederum eigene Verzehrempfehlungen. Anglervertreter fordern bereits seit 2009 ein gemeinsames Vorgehen. Nun kommt Bewegung in die Sache: Es soll eine gemeinsame Verzehrempfehlung geben.

Angler sollten beim Verzehr von Fischen aus der Saar im Saarland weiterhin vorsichtig sein. Dazu rät das saarländische Umweltministerium. Eine Analyse von Proben, die Ende April und Anfang Mai entnommen wurden, habe erneut PCB (polychlorierte Biphenyle, siehe Hintergrund) in Fischen nachgewiesen. Auf Brassen sowie größere Döbel und Rotaugen sollten Angler demnach verzichten. Zudem sollten Fische grundsätzlich ohne Haut gegessen werden. Das Belastungsrisiko lasse sich so deutlich reduzieren, da die Schadstoffe im Fett direkt unter der Haut gespeichert werden. Die Proben stammen aus Burbach, Lisdorf, Rehlingen und Mettlach (siehe Extra). Die aktuelle Untersuchung resultiert aus dem Verzehrverbot für Moselfische, das Frankreich 2009 ausgesprochen hatte (der TV berichtete).

Georg Ohs, Präsident des rheinland-pfälzischen Landesverbands des Deutschen Anglerverbands aus Schoden, ist empört über den erneuten Alleingang der Saarländer. Seit 2009 fordern die Angler bereits eine gemeinsame Erklärung, um Angler, Gastronomen und Verbraucher nicht immer wieder aufs Neue zu verunsichern. Das saarländische Umweltministerium teilt mit, dass es im vergangenen Jahr bereits Gespräche mit Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Frankreich gegeben habe über das Problem und das weitere Vorgehen. "Nach den Sommerferien werden die aktuellen Daten ausgetauscht und besprochen. Ziel ist eine abgestimmte Verzehrempfehlung", sagt Schorr.

Ohs hält dies für "längst überfällig". Dass eine gemeinsame Empfehlung in Arbeit ist, bestätigt das rheinland-pfälzische Umweltministerium. "Wir begrüßen das auch auf jeden Fall. Wir wollten das schon immer und sind froh, dass das Saarland jetzt auch so weit ist", gibt das Ministerium auf TV-Anfrage an.