Land bietet Nachtflüge vom Hahn aus an

Land bietet Nachtflüge vom Hahn aus an

Der defizitäre Flughafen Hahn kämpft seit langem mit sinkenden Fracht- und Passagierzahlen. Nun rührt der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz die Werbetrommel und preist die Vorzüge des Hunsrück-Airports gegenüber den Oberbürgermeistern von Frankfurt und Mainz an.

"Wir können eine Alternative anbieten, insbesondere in den Nachtrandzeiten", sagte Lewentz am Donnerstag am Hahn. Dort traf er sich mit den Oberbürgermeistern von Frankfurt und Mainz, Peter Feldmann und Michael Ebling (beide SPD) sowie den Hahn-Chefs Heinz Rethage und Markus Bunk. Nun wolle er Hessens neuen Wirtschaftsminister Tarik al-Wazir (Grüne) einladen, um Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte Lewentz.
Feldmann zeigte sich beeindruckt von den Kapazitäten im Hunsrück. Es müsse aber auch geschaut werden, ob Verlagerungen wirtschaftlich sinnvoll seien. Er könne weder für das Land Hessen noch die gesamte Stadt Frankfurt oder den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, sprechen. Fraport war früher Hahn-Anteilseigner, im Jahr 2009 aber ausgestiegen.

Die neue schwarz-grüne Landesregierung in Wiesbaden will das derzeit sechsstündige Nachtflugverbot in Frankfurt zwischen 23 und 5 Uhr auf sieben Stunden verlängern. Feldmann sagte, grundsätzlich würden am Flughafen Hahn mehr Flüge gewünscht. Das sei eine "radikal andere Situation" als im Rhein-Main-Gebiet. Ebling sagte, mit Feldmann verbinde ihn, dass beide den Fluglärm in der Rhein-Main-Region verringern wollten. Vor diesem Hintergrund müsse geschaut werden, ob Kapazitätsverlagerungen eine Lösung seien.

Lewentz sagte, es müsse im Rhein-Main-Gebiet deutlich gemacht werden, dass der Hahn nicht weit weg sei und Kapazitäten habe. Auch Hahn-Geschäftsführer Bunk sieht Chancen etwa wegen des schnellen Umschlags von Fracht im Hunsrück. "Den Fahrzeit-Nachteil holen wir in der Abfertigung wieder raus", sagte Bunk. Der unter rückläufigen Passagier- und Frachtzahlen leidende Hunsrück-Airport gehört zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz, zu 17,5 Prozent Hessen. dpa

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