Land fordert Aus für "Risiko-Reaktor" Cattenom

Land fordert Aus für "Risiko-Reaktor" Cattenom

Die Landesregierung fordert mit deutlichen Worten die Abschaltung des Kernkraftwerks Cattenom an der Mosel. Die Anlage ist auf eine nukleare Katastrophe wie nach einem Erdbeben nicht ausreichend vorbereitet. Das geht aus einem Bericht der französischen Atombehörde hervor.

Cattenom. "Cattenom ist ein Risiko-Reaktor." Mit diesen Worten reagiert die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Energiemisterin Eveline Lemke auf einen neuerlichen Zwischenfall in dem Atomkraftwerk an der französischen Obermosel. Der zweite von insgesamt vier Reaktorblöcken schaltete sich automatisch aus, weil es Probleme mit der Wasserversorgung in den Dampfturbinen gegeben hat (der TV berichtete). Der Reaktor war erst vergangenen Freitag nach wochenlanger Abschaltung wegen einer routinemäßigen Kontrolle hochgefahren worden. Lemke fordert nun, das Kraftwerk dauerhaft abzuschalten. "Jeder Zwischenfall in einem Atomkraftwerk ist einer zu viel", sagt die Ministerin.
Zurzeit läuft der Stresstest der Anlage. Wie bei allen Atomkraftwerken in Europa wird die Sicherheit des Kraftwerks überprüft. An dem Test nimmt auch ein vom Saarland und Rheinland-Pfalz benannter Experte teil. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Parallel zu diesem Stresstest hat die französische Atombehörde ASN das Kernkraftwerk Cattenom Anfang August inspiziert. Bei der unangekündigten Kontrolle ging es laut dem 22-seitigen Ergebnisbericht darum, die Sicherheit der Anlage im Hinblick auf ein Erdbeben zu überprüfen, denn Cattenom liegt in einer Zone mit Erdbebenrisiko. Die beiden Experten untersuchten, ob es in Cattenom zu einer ähnlichen Katastrophe wie im japanischen Fukushima kommen kann. Neben der Notstromversorgung nahmen die Inspektoren vor allem die Erdbebensicherheit der Anlage unter die Lupe.
Fazit: Die Kraftwerksverantwortlichen sind nicht wirklich auf eine solche Naturkatastrophe vorbereitet. Das Erdbebenrisiko werde zu wenig berücksichtigt. Die ASN bemängelt, dass es dafür keinen Notfallplan gibt. Die Atombehörde fordert die Verantwortlichen daher auf, regelmäßig Erdbeben-Übungen durchzuführen und Kommunikationswege zu überprüfen. Kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hatte der Direktor des Kraftwerks in Cattenom gesagt, die Anlage sei erdbebensicher und auf solche Fälle vorbereitet. wie

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