Land fühlt sich nicht zuständig

Land fühlt sich nicht zuständig

MAINZ. (win) Bei der Kostenexplosion für den Ausbau des Betzenberg-Stadions sieht sich das Land nicht in der Verantwortung. Die Stadiongesellschaft und damit die Stadt Kaiserslautern sei Bauherr, so Innenminister Karl Peter Bruch (SPD). Die Kosten stiegen bisher von 48 auf rund 75 Millionen Euro.

Auch nach der Gruppen-Auslosung für die Fußballweltmeisterschaft 2006 bleiben die rasant gewachsenen Ausgaben für den Ausbau des Fritz-Walter-Stadions zur WM-Arena umstritten. Das Land habe geprüft, versucht zu korrigieren und über die Kostensteigerungen den Landtag informiert, sagte Innenminister Bruch vor der für Donnerstag auf Antrag der CDU angesetzten Sondersitzung des Haushaltsauschusses. Die Regierung habe sich nichts vorzuwerfen. Eine erste Prüfung der Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD hatte im Mai 2003 mögliche Mehrkosten von bis zu 18 Millionen Euro ergeben. Im Juli 2003 war das Baukostenrisiko erstmals Thema im Haushaltsausschuss.Teure Tribünen und Fifa-Nachforderungen

Die bislang entstandenen Mehrkosten von rund 27 Millionen Euro gehen zu jeweils einem Drittel zu Lasten des Landes, der Kommunen und der Stadt Kaiserslautern. Ein erheblicher Teil der Mehrkosten entstanden beim Bau der Osttribüne, durch Schwierigkeiten bei der Westtribüne und immens gestiegene Baunebenkosten. Auch wurden mehrfach Nachforderungen des Weltfußballverbandes Fifa fällig. Fifa-Auflagen sind laut Bruch "wie Unwetter", sozusagen höhere Gewalt. Die Kosten sind aus Bruchs Sicht zwar hoch, aber die Investitionen gerechtfertigt. "Für Stadt und Land ist die WM ein Gewinn, auch vom Image her", argumentiert Bruch. Irgendwann sei zwar der Punkt gekommen, das ganze Engagement grundsätzlich zu überdenken. Doch dann habe man sich entschieden, dass es den Einsatz wert sei. "Es geht um fünf Spiele, und die haben Effekte." Auch wenn vorher klar gewesen sei, dass der Ausbau 75 Millionen Euro kosten würde, hätte die Chance ergriffen werden müssen, sagt Bruch. Für das Controlling des Projekts sei der Bauherr (Stadiongesellschaft und Stadt) zuständig. Die WM-Auslosung vom Wochenende, die unter anderem die Teams von Italien, Spanien und der USA nach Kaiserslautern führt, bringt nach Einschätzung der Polizei keine besonderen Sicherheitsprobleme für die Pfalz. Hooligans werden nicht erwartet. Als Sicherheitsanforderung gilt: Niemand darf unkontrolliert das Stadion betreten. Da das englische Team in Frankfurt spielt, gilt allerdings den einreisenden Fans am Flughafen Hahn ein besonderes Augenmerk .

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