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Land will Naturparks weiter fördern

Land will Naturparks weiter fördern

Der Protest hat offensichtlich gefruchtet: Als Mitte Oktober bekannt wurde, dass den Naturparks im Land die Mittel gekürzt werden sollten, liefen sie Verantwortlichen Sturm gegen Umweltministerin Höfken. Nun heißt es in Mainz: Die Mittel werden nicht angetastet.

Mainz. Über Wochen war völlig offen, wie stark das Land die acht Naturparke in Rheinland-Pfalz - darunter vier in der Region Trier (siehe Stichwort) - künftig unterstützt. Jetzt kommt ein erfreuliches Signal aus Mainz: Die rot-grüne Landesregierung will die Projektförderung von bislang jährlich 800 000 Euro auch im Doppelhaushalt 2014/2015 nicht antasten. Das bestätigte das Landesumweltministerium auf Anfrage der Rhein-Zeitung.
Wie Ministeriumssprecherin Stefanie Lotz weiter erklärt, will die Landesregierung die institutionelle Förderung, mit der die Naturparke ihr Personal finanzieren, sogar von 638 000 Euro in diesem Jahr auf 734 000 Euro in den kommenden beiden Jahren aufstocken. Nach dem landesweiten Aufschrei, als aus Mainz Mitte Oktober die Nachricht kam, dass die jährlichen Projektmittel für die Naturparks von 800 000 Euro auf 670 000 Euro zusammengestrichen werden (der TV berichtete), scheinen die Wogen jetzt also wieder geglättet.
Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Rotstift-Pläne hatte Thomas Griese, Staatssekretär im Umweltministerium, sich darum bemüht, das "Kürzungs-Schreckgespenst" wieder zu verjagen. In einem Gespräch in Mainz hatte Griese den Vertretern der Naturparke zugesichert, nicht abgerufene Haushaltsreste von insgesamt 575 000 Euro in den nächsten vier Jahren mit auszuschütten. Das würde bedeuten, dass die angedachte Kürzung bis zum Jahr 2017 kompensiert werden könnte.
"Trotz knapper Kassen sind die Naturparke im Land für die Zukunft gut aufgestellt", gibt sich Umwelt-Staatssekretär Griese optimistisch. Auch die Befürchtung, die Landesregierung wolle durch die Finanzierung des im Hunsrück, im Hochwald und in Teilen des Saarlands geplanten Nationalparks den Naturparken das Wasser abgraben, will er nicht gelten lassen. "Diese beiden Schutzgebietskategorien dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden", erklärt Griese.
Dennoch waren die Naturparkvertreter damals nicht ganz zufrieden aus Mainz zurückgekehrt. Die Hauptsorge: die lange Zeitspanne, bis Gelder tatsächlich fließen können. Wenn zum Beispiel Verbandsversammlungen der Naturparke noch im laufenden Jahr Anträge auf den Weg bringe, kann es bis Juli oder gar September dauern, bis der Bewilligungsbescheid über das Ministerium und die SGD Nord im Naturpark ankommt. Das erschwert den Maßnahmeträgern - nicht nur den Parks, sondern vor allem auch Vereinen und Kommunen - die Arbeit.Extra

Naturparks: Insgesamt acht Naturparks gibt es in Rheinland-Pfalz, vier davon liegen in der Region Trier. Die Parks im Einzelnen: Naturpark Nordeifel Geo- und Naturpark Vulkaneifel Naturpark Südeifel Naturpark Saar-Hunsrück Naturpark Rhein-Wester wald, Naturpark Nassau Naturpark Pfälzerwald Naturpark Soonwald- Nahe red