Land will noch mehr Sicherheit bei Organspende

Land will noch mehr Sicherheit bei Organspende

Rheinland-Pfalz will durch Aufklärung mehr Menschen dazu bringen, Organspender zu werden. Das durch Skandale verlorene Vertrauen müsse wieder gewonnen werden, sagt Gesundheitsminister Alexander Schweitzer.

Mainz. Das Land will bis Sommer ein Gesetz zur Ausführung des neuen Bundestransplantationsgesetzes auf den Weg bringen. Das kündigte Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) gestern im Gespräch mit dem Volksfreund an. Das Bundesgesetz war im August nach Bekanntwerden von Manipulationen bei der Organspende geändert worden. Ärzte sollen Wartelisten manipuliert haben, um schneller an Organe für die eigenen Patienten zu kommen.
Mit dem neuen Landesgesetz sollen die Transplantationsbeauftragten, die es mittlerweile in allen Kliniken mit Intensivstationen gibt, gestärkt werden, sagte Minister Schweitzer. Er betonte, dass es an den beiden einzigen Transplantationszentren in Mainz und Kaiserslautern keine Hinweise auf Manipulationen bei Organentnahmen gibt. Trotzdem müsse auch in Rheinland-Pfalz das Vertrauen der Menschen in die Organspende gestärkt werden. Schweitzer kündigte weitere Aufklärungskampagnen an. Zwar sei auch im Land die Zahl der Spender im vorigen Jahr zurückgegangen, aber nicht so stark wie auf Bundesebene, sagte Schweitzer. In Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland ist die Zahl um 12,8 Prozent auf 123 zurückgegangen, bundesweit sank sie um 16 Prozent. 511 Menschen im Land warten derzeit auf ein Spenderorgan. wie