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Landes-Chefgeologe darf über Moselbrücke reden

Landes-Chefgeologe darf über Moselbrücke reden

Landes-Chefgeologe Harald Ehses wird laut Wirtschaftsministerin Eveline Lemke öffentlich und umfänglich Rede und Antwort zum Spezialgutachten in Sachen Hochmoselbrücke stehen, sobald dieses vorliegt. "Ich halte mein Wort", bekräftigt die Grüne.

Mainz. Der Bürgerinitiative Pro Mosel, die seit Jahren gegen den Bau der 158 Meter hohen und 1,7 Kilometer langen Moselbrücke zwischen Ürzig und Zeltingen-Rachtig kämpft, schwant Böses. Der Vorsitzende Georg Laska befürchtet, das Land wolle seinen Chefgeologen Harald Ehses, der im TV-Interview Bedenken zur Standsicherheit der Brücke geäußert hatte, versetzen - und ihm damit einen endgültigen Maulkorb verpassen. Derzeit soll sich Ehses zur Brücke nicht äußern.
Jetzt behauptet Wirtschaftsministerin Eveline Lemke gegenüber dem TV: "Den Maulkorb hat die Bürgerinitiative erfunden." Ehses gebe ständig öffentliche Kommentare ab. Er werde im Innenausschuss des Landtags auch zum Gutachten zur Moselbrücke, das den Verlauf von Sickerwasser im Boden untersucht, Stellung beziehen. Sie halte sich an ihre Zusage vom 16. Januar.
Zu Spekulationen, Ehses werde abgelöst, äußert sich Lemke nicht. "Ich behandele Personalangelegenheiten vertraulich", sagt die Ministerin. Nach TV-Informationen ist der Leiter des Landesamtes für Bergbau und Geologie diese Woche zum Gespräch bei Lemkes Staatssekretär Uwe Hüser. Lemke bestätigt das indirekt: "Wir reden regelmäßig mit unseren Amtsleitern." Daraus könne man nichts ableiten.
Die Grüne betont: "Die Brücke wird gebaut, und zwar sicher." Das Projekt sei im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbart worden - im Wissen beider Seiten, dass der Ürziger Hang schwierig, weil rutschgefährdet sei. Sollte aufgrund des Gutachtens die Statik neu ausgelegt werden müssen und der Bau teurer werden, zahle der Bund die Mehrkosten.fcg